Artenschutzrechtliche Prüfung

Letztes Gutachten zum Mainzer Kohlekraftwerk liegt vor

Im Genehmigungsverfahren für das umstrittene Kohlekraftwerk in Mainz liegen nun alle Fachgutachten vor. Mit der Untersuchung zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung des Projekts sei das letzte einer ganzen Reihe von externen Gutachten eingegangen, teilte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SDG) Süd mit.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Neustadt/Mainz (ddp-rps/sm) - Das Papier sei zur fachlichen Prüfung an die Obere Naturschutzbehörde weitergeleitet worden, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Wie lange diese Prüfung dauern wird, konnte sie nicht genau sagen. Ziel sei aber, dass die SGD bis zum Jahresende eine Entscheidung über die Genehmigungsfähigkeit des Projekts treffe.

Nach den Worten von SGD-Präsident Hans-Jürgen Seimetz sieht das nun vorgelegte Gutachten durch das geplante Kraftwerk "keine artenschutzrechtlichen Verbote berührt". Voraussetzung sei allerdings, dass bestimmte vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt würden. Diese reichen von einem Algenmonitoring über Emissionsminderung und Nisthilfen bis hin zur Bestandssicherung europarechtlich geschützter Tierarten.

In dem 270 Seiten starken Gutachten wurden die bau-, anlagen- und betriebsbedingten Auswirkungen des Projekts auf insgesamt 73 Vogel- und 9 Säugetierarten untersucht. Zur Bewertung von Schwermetallen, Rheinwassererwärmung, Lärm-, Licht- und Erschütterungsweinwirkungen bis hin zum Stickstoffeintrag seien weltweit Studien und Erfahrungswerte herangezogen worden.

In der vergangenen Woche war bereits ein Gutachten zu Auswirkungen des Kraftwerksprojekts auf die Fische im Rhein vorgelegt worden. Darin wurde laut SGD bemängelt, dass fischökologische Belange in den Antragsunterlagen der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) "weitgehend unberücksichtigt" geblieben seien.

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