Steigerung möglich

Landwirte entdecken Biogas als alternative Einkommensquelle

Sachsens Landwirte und Ernährungsunternehmen betreiben derzeit 51 Biogasanlagen. Weitere 33 Anlagen befinden sich im Bau oder in Planung. Der sächsische Umweltminister Tillich sieht noch Ausbaumöglichkeiten. Daher fördert das Land derzeit fünf Forschungsprojekte.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp/sm) - "Es gibt derzeit einen enormen Boom in der Branche. Biogasanlagen sind mittlerweile so rentabel, dass immer mehr Landwirte die Strom- und Wärmeproduktion als alternative Einkommensquelle entdecken", erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich (CDU) in Dresden. Dabei gebe es noch großes Steigerungspotenzial. Um die Anlagen zu betreiben, brauche man auch geeignete Energiepflanzen. Und die müssten natürlich angebaut werden. Daraus könne sich künftig ein ganz neuer Markt für die Landwirte entwickeln, erklärte Tillich.

Noch würden die meisten Biogasanlagen in Sachsen hauptsächlich mit Gülle betrieben. In Zukunft könnten jedoch auch andere Materialien verwendet werden, die auf den Höfen anfallen - so zum Beispiel Stroh oder Gras. Jedoch sei noch nicht endgültig klar, auf welche Weise und mit welcher Ausbeute verschiedene Pflanzen verwendet werden können.

Im Freistaat laufen zu diesem Thema gegenwärtig fünf Forschungsvorhaben. Zwei davon beschäftigen sich den Angaben zufolge mit der Verbesserung der Gasausbeute in Biogasanlagen durch den Einsatz verschiedener Pflanzen. Zwei Projekte forschen an einer ausgeglichenen Fruchtfolge für den Anbau von Energiepflanzen. Das fünfte Vorhaben erkundet, welche Nebenprodukte bei der Biogasproduktion entstehen.

Derzeit werden in Sachsen über neun Prozent des elektrischen Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen, davon rund zwei Drittel aus Biomasse. Die elektrische Leistung aus Biogasanlagen liegt mittlerweile bei 16 Megawatt und hat sich damit seit 2000 mehr als verfünffacht. Sachsen hat seit 2001 den Bau von Biogasanlagen nach eigenen Angaben mit 6,6 Millionen Euro gefördert.

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