Modern und umweltschonend

Landschaftsverband Westfalen-Lippe baut Holzhack-Feuerungsanlage

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe baut im sauerländischen Marsberg, in der Nähe von Brilon, eine Feuerungsanlage für das St. Johannes Stift. Das Besondere: Brennstoff ist Energieholz aus der regionalen Holzwirtschaft. An das Nahwärmesystem, das zur Verteilung der umweltfreundlichen Wärme dient, sind 20 Gebäude angeschlossen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der "Energieholz-Boom" in Nordrhein-Westfalen hält an. Im sauerländischen Marsberg, in der Nähe von Brilon, wird das St. Johannes Stift, ein Haus mit 85 Krankenbetten und 210 Wohnheimplätzen, künftig mit Energieholz aus der regionalen Holzwirtschaft heizen. Dies gab kürzlich der Träger des Stiftes, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bekannt. Nach Angaben der Energieagentur NRW, die beratend tätig war, entsteht mit der modernen Feuerungsanlage das in Nordrhein-Westfalen größte Holzheizwerk in öffentlicher Trägerschaft.

Der erste Spatenstich ist für Anfang April geplant. Jährlich werden dann nahezu 6500 Kubikmeter naturbelassener Holzhackschnitzel aus der Region zur Wärmeerzeugung eingesetzt. "Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wird hier ein energetisches Vorzeigeobjekt schaffen. Das Beispiel von Marsberg ist vorbildlich nicht nur für NRW", kommentierte Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. "Das Heizen mit Restholz ist technisch ausgereift, wirtschaftlich und klimafreundlich. Das Sauerland wird langsam zum Klassenprimus", so Hüttenhölscher weiter.

Die Gesamtleistung des Heizwerkes beträgt fast 4500 Kilowatt, wobei die Spitzenlastversorgung bei sehr kalten Außentemperaturen über Erdgaskessel abgedeckt wird. An das Nahwärmesystem, das zur Verteilung der umweltfreundlichen Wärme dient, sind 20 Gebäude angeschlossen. Die Investitionskosten betragen fast 652 000 Euro, wovon 35 Prozent über die Holzabsatzförderrichtlinie des Landes NRW bezuschusst werden. Neben den direkten wirtschaftlichen Vorteilen, die den Wärmenutzern durch den Einsatz des preisgünstigen Energieträgers Holzhackschnitzel entstehen, wird durch die Nutzung dieses Energieträgers auch eine Wertschöpfungskette in der Region in Gang gesetzt. "Heimische Arbeitsplätze werden gesichert und die Importabhängigkeit fossiler Brennstoffe wird verringert", erklärt Reinhard Michel vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster.

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