Atomdebatte (I)

Landesbischof warnt vor Renaissance der Atomkraft

Thüringens evangelischer Landesbischof Christoph Kähler warnt vor einer Abkehr vom Atomausstieg. Die beschlossene Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke dürfe nicht in Frage gestellt werden, sagte Kähler in Erfurt mit Blick auf Forderungen von Wirtschaft und konservativen Politikern.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Die Synode der Thüringer Landeskirche habe bereits 1994 die Atomenergie als "nicht verantwortbar" abgelehnt und den Ausstieg aus der gefährlichen Technologie gefordert.

Kähler betonte: "Die Nutzung der Atomenergie hat keine Zukunft." Es gebe keine sicheren Atomkraftwerke. "Mit jedem Atomkraftwerk, das noch in Betrieb ist, wird uns ein Restrisiko zugemutet", warnte der Bischof. Zudem werde den nachfolgenden Generationen gefährlicher Sondermüll aufgebürdet, der Tausende von Jahren gelagert werden müsse. Kähler verwies zudem auf die großen Umweltschäden durch den Abbau von Uran.

"Wer angesichts einer Diskussion um die Endlichkeit fossiler Brennstoffe die Atomenergie wieder salonfähig machen will, wiederholt die energiepolitischen Fehler vergangener Jahrzehnte", sagte der Bischof. Die Atomenergie habe den Steuerzahler viel Geld gekostet, das für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen sinnvoller verwendet worden wäre. "Die Zukunft liegt im Energiesparen und in der verstärkten Nutzung regenerativer Energien", betonte Kähler.

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