Standortsicherung

Land Baden-Württemberg unterstützt OEW bei EnBW-Aktienkauf

In einer Vereinbarung zwischen dem designierten Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und dem Koalitionspartner FDP wurde dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) ein Betrag von 20 Millionen Euro zugesagt. Damit sollen beim Kauf weiterer EnBW-Anteile Zinslasten abgedeckt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp/sm) - Bei der Neuordnung der Aktionärsstruktur der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat das Land Baden-Württemberg dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) seine Unterstützung zugesagt. In einer Vereinbarung zwischen dem designierten Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und dem Koalitionspartner FDP wurde dem Verband ein Betrag von 20 Millionen Euro zugesagt. Damit sollen beim Kauf weiterer EnBW-Anteile durch die OEW Zinslasten abgedeckt werden.

Der Vereinbarung zufolge soll der Zweckverband mit den Mitteln darin unterstützt werden, bis 2011 einen gleichen Aktienanteil wie der französische Anteilseigner EdF zu halten. Oettinger und die FDP sprachen von einem wichtigen Schritt zur Standortsicherung, für den Erhalt von Arbeitsplätzen und zur Festigung der Partnerschaft zwischen EnBW und EdF. Als weiteres Ziel wurde in der Vereinbarung genannt, die EnBW mittelfristig "mit zwei gleich starken Partnern" an die Börse zu bringen.

Nach den Angaben sollen die 20 Millionen Euro verteilt auf die Jahre 2005 bis 2011 zur Verfügung gestellt und durch die L-Bank finanziert werden. Angestrebt sei, weitere Partner in die Finanzierung der Lasten einzubinden, die der OEW durch ein Halten ihres Engagements entstünden. Dabei gehe es insbesondere um die Städte Stuttgart und Karlsruhe.

Die OEW hatte bereits in der vergangenen Woche ihren Anteil um 5,94 Prozent auf 40,44 Prozent aufgestockt und damit der EdF die Stirn geboten. Die EdF vergrößerte ihren Anteil zeitgleich auf 44,94 Prozent. Über den Kauf eines weiteren 4,5-Prozent-Pakets soll die OEW im Laufe des Februars entscheiden. Bei einem Erwerb wäre der Zweckverband auf gleicher Augenhöhe mit der EdF. Wird die Kaufoption nicht wahrgenommen, könnte die EdF die Aktien erwerben und ihre Macht damit ausbauen.

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