Umstritten

Längere Laufzeiten: Kommunen wollen Schadensersatz

Der Ton verschärft sich zusehends: Die Kommunen fordern bei einer möglichen AKW-Laufzeitverlängerung Schadensersatz, und zwar von den großen Versorgern. Die CSU soll unterdessen mit einer Normenkontrollklage gedroht haben, falls die Laufzeiten nicht verlängert werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Deutsche Städtetag erklärte nach Beratungen seines Präsidiums in Heidelberg, falls sich der Bund für längere AKW-Laufzeiten entscheiden sollte, dürfe dies nicht zu Lasten umweltfreundlicher Energieerzeugung der Städte geschehen. In diesem Fall "erwarten wir daher zeitgleiche Kompensationsmaßnahmen" aus den zusätzliche Erträgen der Energiekonzerne "zu Gunsten städtischer Anlagen, um den Klimaschutz zu fördern", forderte der Vizepräsident des Städtetages, Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger.

Wie bereits berichtet, wurde unterdessen bekannt, dass sich die Vorstellung des Energiekonzepts der Bundesregierung bis Oktober verzögern könnte. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wies am Mittwoch in Berlin darauf hin, dass dafür erforderliche Berechnungen bis Ende August dauern dürften. Besonders strittig ist im Energiekonzept die von Union und FDP geplante Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern. Die CSU soll Medienberichten zufolge mit einer Normenkontrollklage gedroht haben, falls die Laufzeiten nicht verlängert werden.

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