Preiserhöhungen

Länder nehmen Preispolitik der Stromkonzerne unter die Lupe

Durch die pauschale Ablehnung einer Strompreiserhöhung durch Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel sind auch die anderen Bundesländer aufgeschreckt worden und versprechen, die Anträge der Energieversorger genaustens zu prüfen. Ganz verhindern lassen sie sich aber wohl nicht.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Nach der Ablehnung von Strompreiserhöhungen in Hessen wollen jetzt auch andere Bundesländer die Preispolitik der Stromkonzerne kritisch unter die Lupe nehmen. "Das neue Energiewirtschaftsgesetz gibt uns und der Bundesnetzagentur die Möglichkeit, die Durchleitungspreise genauestens zu prüfen", sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) der "Bild"-Zeitung. (Donnerstagausgabe).

Bremens Umweltsenator Jens Eckhoff (CDU) sagte: "Es ist nicht akzeptabel, wenn die großen Stromkonzerne mit überhöhten Durchleitungsgebühren ihren Markt abschotten und günstige Anbieter fernhalten." Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) betonte: "Die Hälfte der Anträge auf Preiserhöhungen haben wir schon abgelehnt." Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP): "34 von 57 Anträgen auf Preiserhöhungen haben wir schon gedrückt."

Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) will die beantragten Preiserhöhungen der Stadtwerke zwischen 1,2 und 2,4 Cent pro Kilowattstunde "auf die Hälfte drücken". Schleswig-Holstein Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) kündigte an, er mache das Thema Strompreise zur "Chefsache". Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sagte, der Freistaat genehmige Strompreiserhöhungen "nur unter Vorbehalt". Wenn die Kosten sinken, müsse das sofort an die Kunden weitergegeben werden.

Wie das Blatt weiter berichtet, hätten in Rheinland-Pfalz alle 65 Stromversorger auf Druck von Wirtschaftsminister Hans-Arthur Bauckhage (FDP) ihre Forderungen nach höheren Preisen abgesenkt.

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