Netzagentur

Kurth: Ökostrom-Subventionierung nicht automatisch Preistreiber

Der deutsche Solarmarkt hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Laut neuen Zahlen der Netzagentur führt der wachsende Anteil des Öko-Stroms nicht zwangsläufig zu höheren Strompreisen insgesamt, weil der Börsenpreis für Strom mittelfristig sinken werde.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/apf/red) - Insgesamt seien Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 3,8 Gigawatt (GW) neu installiert worden, wie aus am Freitag vorgelegten vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht. 2008 habe sich die neu installierte Leistung auf rund 1,8 GW belaufen. Insgesamt seien Ende 2009 Anlagen mit einer Leistung 9,8 GW installiert gewesen, 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Netzagentur sammelt seit Anfang 2009 Meldungen über neu errichtete Photovoltaikanlagen. Auf dieser Basis bestimmt sie dann das Ausmaß der im EEG vorgesehenen Senkung der Einspeisevergütungen. Für 2010 in Betrieb gehende Anlagen hatte die Behörde eine Reduzierung der Vergütungssätze zwischen neun und elf Prozent ermittelt.

Weiter teilte die Behörde mit, dass 2008 rund zwei Drittel der installierten Leistung im Bereich erneuerbarer Energien auf Windkraft entfallen seien. Die Solarenergie habe einen Anteil von 18 Prozent gehabt. Zehn Prozent seien auf Biomasse entfallen. Bei der eingespeisten Strommenge hatte die Windkraft der Behörde zufolge einen Anteil von 57 Prozent, gefolgt von Biomasse mit 27 und Solarenergie mit 6 Prozent. Insgesamt seien gemäß dem EEG 2008 Vergütungen von insgesamt rund neun Milliarden Euro gezahlt worden, davon ein Viertel für Solarenergie. Damit entfalle auf diesen Bereich ein hoher Anteil der EEG-Vergütung, obwohl der Anteil an der EEG-Jahreseinspeisung relativ gering ist, hieß es weiter.

Die Differenz zwischen der Einspeisevergütung für EEG-Strom und den Einnahmen aus seiner Vermarktung an der Börse wird über die EEG-Umlage finanziert. Laut Behördenpräsident Matthias Kurth muss deren Erhöhung aber nicht zwingend zu einem höheren Strompreis führen. Ein niedriges Börsenpreisniveau senkt zumindest mittelfristig auch die Strombeschaffungskosten. "Deshalb sollten Verbraucher kritisch sein, wenn Preissteigerungen allein mit der Erhöhung der EEG-Umlage begründet werden", sagte er.

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