Kandidatenkür

Kurth-Nachfolge bei der Netzagentur offenbar geregelt

Als eines der wichtigsten Ämter in Bezug auf die Energiewende gilt die Stelle des Präsidiums in der Bundesnetzagentur. Diese soll nun Jochen Homann übernehmen, jetziger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Um die Neubesetzung des Amtes wurde in den Parteien heftig gekämpft.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) – Der bisherige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jochen Homann, soll neuer Präsident der Bundesnetzagentur werden. Minister Philipp Rösler (FDP) habe vorgeschlagen, dass Homann an die Spitze der Agentur rücken solle, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstagabend auf dapd-Anfrage und bestätigte damit einen "Handelsblatt"-Bericht (Freitagausgabe). Der Posten des Präsidenten sei eines der wichtigsten Ämter bei der Umsetzung der Energiewende und Homann ein allseits anerkannter Experte für Energiefragen.

Politisches Ringen um das Amt

In Regierungskreisen hieß es, die Parteivorsitzenden der schwarz-gelben Koalition, Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Rösler, hätten sich darauf verständigt, dass es dem FDP-Chef obliege, einen Vorschlag zu unterbreiten. Grund: In sein Ressort falle die Zuständigkeit für die Agentur. In dem Zeitungsbericht hatte es geheißen, um die Neubesetzung des Postens sei heftig gerungen worden. Die Union habe dabei darauf gepocht, die Stelle mit einem eigenen Mann zu besetzen. Homann gelte als CDU-nah, hieß es.

Verspätete Entscheidung

Eine Entscheidung über die Nachfolge des derzeitigen Chefs der Netzagentur, Matthias Kurth, sollte ursprünglich im vergangenen Monat fallen. Zuletzt hatte es geheißen, dass der Beirat der Netzagentur auf einer Sondersitzung am 12. Dezember einen Personalvorschlag unterbreiten werde. Der Vertrag von Kurth, der das Amt zehn Jahre lang innehatte, läuft im Februar 2012 aus.

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