Kunstaktion "Wunschspur" zum Jahrtausendwechsel in Köln

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die weltweit wohl einzige unterirdische Kunstaktion zum Jahrtausendwechsel findet in Köln statt: Die Künstlerin Siglinde Kallnbach wird im Fernwärmetunnel der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG (GEW) - sechs Meter unter dem Rhein - am Silvesterabend eine "Wunschspur" mit Wünschen aus aller Welt für das neue Jahrtausend auslegen. Jeder kann sich an der Aktion beteiligen und seine persönlichen Wünsche ab sofort übers Internet, via e-mail sowie als Brief oder Fax übermitteln. Die Künstlerin wird die Wünsche elektronisch kodieren, im GEW-Tunnel als Band auslegen und am Neujahrstag wieder einrollen. Es ist geplant, die "Wunschspur" später auch in Museen und Kulturinstitutionen auszustellen.



Auf folgenden Wegen können die entsprechenden Wünsche übermittelt werden:



per Brief:


Siglinde Kallnbach, Aktion "Wunschspur", Postfach 30 07 43, 50777 Köln



per Fax:


0221-5509372



per e-mail:


wunschspur@wishingtrack.com



Die Internet-Adresse - dort gibt's auch Infos zur Künstlerin - lautet:


www.wishingtrack.com



Mit der Aktion "Wunschspur" knüpft Siglinde Kallnbach an ihre Aktion "Rheinspur" von 1997 an. Dabei hatte sie bei einer Rheinunterquerung im GEW-Fernwärmetunnel eine Spur mit einem Kupferfaden ausgelegt, um die unterschiedlichen Energieströme sechs Meter unter dem Rhein einzufangen. Ein Katalog "Rheinspur" ist im Buchhandel erhältlich (Salon Verlag Köln, ISBN 3-932189-51-5).


Siglinde Kallnbach hat seit Ende der 70er Jahre zahlreiche internationale Ausstellungen und Performances, unter anderm in Neuseeland und Japan. Mehrmals arbeitete sie mit dem renommierten japanischen Künstler Shozo Shimamoto zusammen. Anfang Mai 1999 hat dieser in Paris der Künstlerin den ersten Wunsch für die "Wunschspur" überreicht.



Das außergewöhnliche technische Bauwerk des Fernwärmetunnels hat bereits mehrere Künstler zu Aktionen inspiriert: So veranstalteten 1987 die Kölner Künstler Bodo Stock und Sabine Stegemann die Performance "Schiffe versenken unter dem Rhein". 1992 schuf der Berliner Künstler Winfried Muthesius unter dem Eindruck des speziellen Raumes vor Ort eines seiner großformatigen Schädelbilder. Zur "art cologne" 1992 verbanden niederländische Musiker symbolisch die linke und rechte Seite der Domstadt mit einer musikalischen Rheinunterquerung durch den Tunnel.



Der Tunnel verläuft etwa sechs Meter unter dem Rheinbett ist 461 Meter lang und hat einen Innendurchmesser von drei Metern. Er verbindet das links- und rechtsrheinische Kölner Fernwärmenetz. Zwei Transportrohre für das Fernheizwasser mit jeweils einem Meter Durchmesser flankieren einen Wartungsgang.

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