Zehn Prozent Minus

Kunden kaufen weniger Heizöl - Preise gestiegen

Die Heizölbranche im Südwesten und in Mitteldeutschland muss 2009 ein Absatzminus von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Wie der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) bei seiner Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Mannheim mitteilte, wird der Heizölabsatz bis Ende des Jahres voraussichtlich bei etwa 6,6 Millionen Tonnen liegen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (ddp-rps/red) - Während die Kunden in den VEH-Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Thüringen noch im ersten Jahresquartal viel Heizöl abnahmen, sei die Nachfrage seit den Sommermonaten bis jetzt zurückgegangen, sagte Rudolf Bellersheim, Erster Vorsitzender des VEH. "Ein Wintereinbruch wie in den letzten Tagen könnte die Nachfrage noch einmal anziehen lassen", sagte er.

Billiges Heizöl auf Vorrat gekauft

Der Grund für die geringe Nachfrage seien gut gefüllte Tanks bei den Kunden. Die Verbraucher haben die sinkenden Heizölpreise Ende letzten, Anfang dieses Jahres genutzt und beim Heizöl kaufen einen großen Vorrat bestellt. Die hohen Heizölpreise im Jahr 2008 hätten bei den Verbrauchern ein Umdenken bewirkt, sie kaufen nun sehr bewusst und voraussschauend ein. Während der Heizölpreis im März mit weniger als 50 Cent pro Liter den diesjährigen Tiefstand erreichte, hätten sich die Preise seit Jahresmitte mit Ausschlägen nach oben und unten um die 55- bis 60-Cent-Marke pro Liter Super-Heizöl bewegt. Auch für 2010 sei ein vergleichbares, entsprechend moderates Preisniveau von 55 bis 70 Cent je Liter wahrscheinlich.

Effiziente Ölheizung mit regenerativen Energien kombinieren

Der VEH unterstützt laut Funke die Forderung der Politik nach nachhaltiger Energienutzung. Allerdings solle nicht nur die regenerative Energie-Erzeugung gefördert werden, denn auch in den kommenden Jahrzehnten "werden wir noch auf fossile Energieträger angewiesen sein", sagte der Geschäftsführer. Daher sei angestrebt, dass die Verbraucher künftig eine moderne effizientere Verbrennungstechnik nutzen und diese mit regenerativen Energieformen kombinieren, etwa der Solarthermie.

Viele Heizungen verbrauchen mehr Heizöl als nötig

Dabei gehe es nicht nur um die Verringerung des CO2-Gehalts in der Luft, sondern auch darum, Brennstoffkosten zu sparen. Aktuell entsprechen nur 13 Prozent der Heizungsanlagen mit Blick auf Effizienz dem Stand der Technik. So könne der Brennstoffverbrauch mit der Installation einer Öl-Brennwertheizung um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Auch der Einsatz des schwefelarmen Heizöls mindere den Verbrauch. Dieses Produkt, aber auch Heizöl mit Bioanteilen solle in den kommenden Jahren vermehrt auf dem Markt angeboten werden. Während der Literpreis für das schwefelarme Heizöl etwa drei Cent über dem herkömmlichen Öl liege, sei der mit Bioanteilen versetzte Brennstoff um fünf Cent teurer.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Energiepreise

    Heizanlage austauschen und von Rekordzuschüssen profitieren

    Veraltete Heizanlagen in Deutschland kosten unnötig Geld und schaden dem Klima. Um dem entgegenzuwirken und die Klimaziele voranzubringen, hat der Bund die Zuschüsse für den Austausch alter Anlagen immer weiter erhöht.

  • Hochspannungsmasten

    Leicht steigende Heizöl-Preise zu erwarten

    Der Verband für Energiehandel (VEH) Südwest-Mitte rechnet zum Jahresende mit leicht steigenden Preisen für Heizöl. Auch wenn in den nächsten Monaten keine extremen Anstiege zu befürchten seien, könnte die wieder in Schwung kommende Konjunktur das Niveau der Preise bis zum Jahresende etwas anheben, meint der Geschäftsführer des Verbandes, Jörg Lenk.

  • Stromtarife

    Heizöl rund 30 Prozent billiger als vor einem Jahr

    Heizöl ist nach Angaben des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) derzeit rund ein Drittel billiger als noch vor einem Jahr. Der VEH-Vorsitzende Rudolf Bellersheim bezeichnete die Marke von rund 60 Cent für den Liter als günstig und prognostizierte "mittelfristig weiterhin ein moderates Preisniveau".

  • Hochspannungsleitung

    Grüne: 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 möglich

    Die Grünen wollen den gesamten Energiebedarf in Thüringen bis 2050 komplett durch erneuerbare Energien decken. "Wenn wir alle Potenziale bei der Einsparung und Effizienzsteigerung nutzen, dann gelingt uns das", sagte Grünen-Landessprecher Frank Augsten bei der Vorstellung des neuen energiepolitischen Grundsatzprogramms der Partei.

Top