Entwicklung

Künstliche Verknappung lässt Holzpreise anziehen

Die Umsätze der Holzindustrie steigen, aber gleichzeitig auch deren Preise. Schuld sei die künstliche Verknappung von Holz, klagt der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie. Die gestiegenen Preise werden wohl auch die Kunden zu spüren bekommen - sowohl beim Heizen als auch beim Möbelkauf.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart (dapd/red) - "Derzeit machen die kontinuierlich steigenden Holzpreise unseren Unternehmen das Leben schwer", sagte Verbandspräsident Johannes Schwörer am Donnerstag in Stuttgart.

Die Branche insgesamt befindet eigentlich auf dem Weg nach oben. Die Umsätze stiegen den Angaben nach im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,4 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Damit befinde sich die Branche fast wieder auf dem Vorkrisenniveau von 2008. Die Holzindustrie ohne die Möbelindustrie setzte mit 7,3 Milliarden Euro 13,8 Prozent mehr um. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mitarbeiter um 1,8 Prozent auf 56.200.

Der Branche geht es eigentlich gut

Im Gesamtjahr werden die Umsätze im Holzgewerbe nach Erwartung des Verbandes um zehn Prozent steigen, wegen der relativ geringen Dynamik bei Möbeln werde der Anstieg in der gesamten Branche bei sieben bis acht Prozent liegen.

Aber der Umsatzanstieg hatte zum Teil auch mit gestiegenen Holzpreisen zu tun. Die Waldbesitzer - also Privatleute, aber auch der Bund und die Länder - hielten das Angebot künstlich knapp, wie Schwörer sagte.

Es wächst mehr nach als eingeschlagen wird

2010 seien lediglich 54,4 Millionen Festmeter eingeschlagen worden, das seien 8,5 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre. Dabei wachse viel mehr nach als eingeschlagen werde, kritisierte Schwörer.

Deswegen seien die Preise für Schnittholz 2010 um 19 Prozent gestiegen, im ersten Halbjahr 2011 habe er sich um weitere 8,5 Prozent erhöht. Die Branche werde dies zum Teil über höhere Preise an die Kunden weitergeben müssen, sagte Schwörer.

Er bezeichnete vor dem Hintergrund die Haltung der Bundesländer als unverständlich, Waldflächen aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, beispielsweise über die Ausweisung von Naturschutzgebieten. Das Problem werde zusätzlich verschärft durch den verstärkten Einsatz von Biomasse zur Stromgewinnung. Schwörer forderte, dass Holz erst verbaut werden müsse. Das Restholz könne dann zur Verbrennung genutzt werden.

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