Klage zurückgezogen

Künftig Gesprächsaufzeichnungen im AKW Krümmel

Auf der Warte des derzeit stillstehenden Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) werden künftig Gespräche mitgeschnitten. Betreiber Vattenfall Europe hat eine entsprechende Klage gegen die Anordnung der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht zurückgezogen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Geesthacht (ddp/red) - "Ich freue mich, dass sich die Überzeugung der Atomaufsicht durchgesetzt hat, wonach die Audioaufzeichnungen einen Sicherheitsgewinn bedeuten", sagte der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Wolfgang Cloosters, am Donnerstag in Kiel.

Die Audioaufzeichnungen sollen sofort nach Wiederanfahren des Reaktors zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen. Dadurch soll die Informationslage für die Atomaufsicht bei möglichen Störfällen verbessert werden. Das Ministerium hatte sie angeordnet, als nach der Reaktorschnellabschaltung vom 28. Juni 2007 Kommunikationsfehler des Wartenpersonals festgestellt worden waren. Vattenfall hatte diese Anordnung zunächst als unverhältnismäßig kritisiert, weil Persönlichkeitsrechte des Personals berührt seien.

Nach Ministeriumsangaben wäre das AKW Krümmel die erste Reaktoranlage weltweit mit einem derartigen Aufnahmesystem. Ende Juni 2007 war im AKW Krümmel ein Transformator nach einem Kurzschluss in Brand geraten. Nach zwei Jahre andauernden Reparaturarbeiten ging der Meiler im Juni 2009 kurzzeitig wieder ans Netz. Am 4. Juli 2009 wurde der Reaktor nach einem Kurzschluss im Maschinentransformator per Schnellabschaltung erneut vom Netz genommen.

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