Strommarkt

Künast kritisiert Preispolitik der Energiekonzerne und mangelnde Wechselbereitschaft

In der Verbraucherzeitschrift "Guter Rat" hat Verbraucherschutzministerin Renate Künast sowohl die Preispolitik der Stromkonzerne als auch die mangelnde Wechselbereitschaft der deutschen Stromverbraucher gerügt. Da die Verbraucher ihre Macht nicht genutzt hätten, setzt sie jetzt auf die neue Regulierungsbehörde.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.vwd/sm) - Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat die Energiekonzerne wegen ihrer Preispolitik gerügt. Die Liberalisierung des Strommarktes habe "für die Industrie und die gewerbliche Wirtschaft zu erheblichen Preissenkungen geführt, nicht aber für die privaten Verbraucher", sagte Künast in einem am Freitag vorab veröffentlichten Interview der in Berlin erscheinenden Verbraucherzeitschrift "Guter Rat".

Da die Strompreise grundsätzlich nicht mehr der staatlichen Genehmigung unterliegen, setze sie auf die neue Regulierungsbehörde, die die Berechtigung der Höhe der Nutzungsentgelte überprüfen werde. Zugleich kritisierte die Ministerin auch die Stromkunden. Diese hätten "ihre Macht am Markt leider nicht genutzt". Nur vier Prozent der Privatkunden hätten den Anbieter gewechselt. Dadurch hätten die Energieerzeuger keinen Druck von der Verbraucherseite zu spüren bekommen.

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