Technisch lösbar

KTG fordert Ende des Stillstands in der Endlagerfrage

"Die sichere Endlagerung ist in Deutschland technisch lösbar. Es ist an der Zeit, dies auch politisch voranzutreiben", sagte der Bundesvorsitzende der Kerntechnischen Gesellschaft, Dr. Ralf Güldner, diese Woche in Berlin. Auf der Feierstunde wurde Prof. Klaus Kühn die KTG-Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Kerntechnische Gesellschaft e.V. (KTG) appelliert an die neue Bundesregierung, die Chance zu ergreifen und nach sieben Jahren des Stillstands zügig und ernsthaft die Verwirklichung der Endlagerung radioaktiver Abfälle in Angriff zu nehmen. "Die sichere Endlagerung ist in Deutschland technisch lösbar. Es ist an der Zeit, dies auch politisch voranzutreiben", sagte der KTG-Bundesvorsitzende Dr. Ralf Güldner im Rahmen einer Feierstunde in Berlin.

"Die Absicht der neuen Bundesregierung, die Endlagerfrage in dieser Legislaturperiode voranzutreiben, wird von der KTG ausdrücklich begrüßt. Den Worten müssen allerdings auch Taten folgen", fügte Güldner hinzu. Deutschland verfüge seit Jahren über ein Konzept zur sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle. Schacht Konrad sei bereits genehmigt für die Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle. Sobald die anhängigen Klagen gegen die Genehmigung abgewiesen würden, sollte umgehend mit der Realisierung des Projekts begonnen werden, forderte die KTG.

Was die Untersuchung des Salzstockes Gorleben betrifft, so hätten sowohl die im September vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichten Berichte, als auch die bewertende Zusammenfassung des BfS von Anfang November die Eignung von Steinsalz als Wirtsgestein für ein Endlager bestätigt. Aus Sicht der KTG ist damit die Anforderung erfüllt, das Untersuchungs-Moratorium zu beenden und die Erkundung ergebnisoffen bis zum Abschluss durchzuführen. Nur auf diese Weise könne letztendliche Klarheit über die Eignung des Salzstockes Gorleben für eine sichere Endlagerung hochaktiver und Wärme entwickelnder Abfälle geschaffen werden.

Auf der Feierstunde diese Woche in Berlin wurde dem international renommierten Endlagerexperten Prof. Dr. Klaus Kühn die Ehrenmitgliedschaft in der KTG verliehen. Die KTG würdigt damit Kühns jahrzehntelanges und überaus großes Engagement für die Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Endlagerung sowohl innerhalb als auch außerhalb der deutschen Grenzen sowie seine Funktionen in der KTG, zu deren Gründungsmitgliedern der Wissenschaftler gehört.

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