Streit um Steuern

Kritik: Je umweltschonender, desto höher Steuern und Abgaben

Die ASUE hat harsche Kritik an den Steuergesetzen geübt. So werde beispielsweise das relativ umweltfreundliche Erdgas höher besteuert als leichtes Heizöl. Damit könne der Kohlendioxid-Ausstoß nicht vermindert werden, im Gegenteil gebe es so keine Fortschritte im Klimaschutz.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Kaiserslautern (red) - Die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V (ASUE) kritisiert, dass die Steuerbelastung einzelner Brennstoffe auf ihren Energieinhalt bezogen wird. "Diese Vorgehensweise ist unter ökologischen Gesichtspunkten fragwürdig, denn der Energiegehalt stellt keinen verlässlichen Indikator der jeweiligen Umweltbelastungen dar. Insbesondere ist zu kritisieren, dass der relativ umweltfreundliche Brennstoff Erdgas - gemessen an seiner Kohlendioxid-Intensität - nun stärker besteuert wird als leichtes Heizöl", heißt es in einer Mitteilung.

Die momentane Belastung der einzelnen Energieträger mit Steuern und Abgaben konterkariere die Bemühungen um die Fortschritte im Umweltschutz, bemängelt die ASUE. Im Vergleich der fossilen Brennstoffe haben die umweltschonendsten Energieträger die höchsten Steuern und Abgaben zu tragen. So verhindere die "Ökosteuer" Investitionen in sparsame Energiekonzepte, obwohl sich Deutschland auf der Klima-Konferenz von Kyoto verpflichtet hat, bis 2008 seinen Kohlendioxid-Ausstoß von knapp einer Milliarde Tonnen (Stand 1990) um 21 Prozent zu senken.

Mit knapp 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen sei man von diesem Ziel aber noch weit entfernt. Schon seit 1999 sei kein Rückgang der Emissionen mehr zu verzeichnen gewesen. Deutschland scheine also auf dem besten Wege, seine Klimaschutzziele zu verfehlen, wozu die Steuergesetze noch beitragen. Damit die Einsparung von Treibhausgasen aber erfolgreich fortschreiten kann, müsse die Schieflage bei der Besteuerung der Energieträger unbedingt revidiert werden, so die ASUE abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Dürre

    Klimaschützer: G20 dürfen Kohlenutzung nicht weiter fördern

    Klimaschützer warnen erneut: Mit den bisherigen Plänen kann die Erderwärmung nicht auf zwei Grad begrenzt werden. Einer aktuellen Studie wird noch immer viel zu viel Geld in fossile Energien gesteckt.

  • Heizölpreise

    Analyse: Im Norden wird mehr geheizt

    Im Norden ist der Energieverbrauch für Wärme insgesamt höher als im Süden Deutschlands. Eine Analyse zur Heizenergie zeigt, dass der Verbrauch in Flensburg am höchsten war. Ein geringer Verbrauch bedeutet aber nicht direkt auch hohe Einsparungen, denn die Kosten für die Brennstoffe variieren stark.

  • Stromtarife

    ExxonMobil-Studie erwartet sinkenden Energieverbrauch

    Laut der jüngsten Energieprognose des Mineralölkonzerns ExxonMobil wird der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2020 um knapp sieben Prozent zurückgehen. Grund dafür seien hauptsächlich Verbesserungen in der Energieeffizienz, etwa eine bessere Wärmedämmung in Häusern. Weltweit jedoch sehe die Entwicklung bei weitem nicht so positiv aus.

  • Hochspannungsleitung

    ASUE-Tipps für Senkung der Nebenkosten

    Hinweise, ob eine Modernisierung der Heizungsanlage sinnvoll ist, geben der Verbrauch und das Alter der Anlage. Dringender Handlungsbedarf besteht nach Aussage der ASUE bei einem Verbrauch ab 22 Litern Heizöl je Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasserbereitung.

  • Strompreise

    ASUE-Tipp: Solar- und Brennwerttechnik senken Heizkosten

    Solarkollektoren auf dem Dach und ein Erdgas-Brennwertgerät im Keller sind nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE) das beste Rezept gegen steigende Ölpreise. Denn Heizung und Warmwasserbereitung verschlingen 90 Prozent der Hausenergie.

Top