Sanktionen

Krim-Krise: Energiepreise könnten steigen

Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, hat mögliche Wirtschaftssanktionen gegen Russland als eine "Katastrophe" bezeichnet. Börner rechnet auch mit einem Ansteigen der Energiepreise, wenn die Spannungen um die Krim-Krise anhalten. Einen Lieferstopp hält er jedoch für unwahrscheinlich.

Erdgasförderung© wildman / Fotolia.com

Dortmund (AFP/red) - Etwa 6200 deutsche Unternehmen seien in Russland engagiert, für sie wären Wirtschaftssanktionen "eine regelrechte Katastrophe", sagte Börner den in Dortmund erscheinenden "Ruhr Nachrichten" (Freitagsausgabe). Außerdem könnten die Energiepreise steigen.

Börner rechnet nicht mit Lieferstopp

Wenn die aktuellen Spannungen um die Einmischung Russlands in der Ukraine anhielten, müsse mit einem Ansteigen der Energiepreise gerechnet werden, sagte Börner. Er rechnet allerdings nicht damit, dass Russland seine Öl- und Gaslieferungen nach Deutschland komplett stoppen könnte. "Da bin ich sehr gelassen - Russland hat seine Lieferverträge für Gas und Öl immer eingehalten, auch in politisch schwierigen Zeiten", sagte Börner.

Übernahme der Krim gegen das Völkerrecht?

Russland hatte die ukrainische Krim-Halbinsel am Dienstag in sein Staatsgebiet aufgenommen, nachdem die Bevölkerung am Wochenende in einem Referendum für den Beitritt gestimmt hatte. Die Regierung in Kiew und der Westen halten die Abstimmung für illegal und werfen Moskau vor, Völkerrecht zu brechen und die Spaltung der Ukraine zu betreiben. Russland weist das zurück.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreis

    Gaspreise trotz Ukraine-Krise stabil

    Die Gasversorgung in Deutschland läuft trotz der Ukraine-Krise ungestört. Ähnlich wie die Ölpreise zeigen sich auch die Gaspreise von den aktuellen Konflikten weitgehend unbeeindruckt. Es gibt keine Anzeichen für steigende Verbraucherpreise, wie Verivox anhand seines jährliches Gaspreis-Indexes ermittelt hat.

  • Tankstelle

    Energiepreise könnten Konsumklima drücken

    Gehen die Energiepreise nach oben, könnte sich das negativ auf die Verbraucherstimmung auswirken. Die Kämpfe im Irak haben sich bereits auf die Ölpreise ausgewirkt. Die Mehrkosten sind bei den niedrigen Temperaturen noch nicht wirklich spürbar, früher oder später könnten aber auch die Benzinpreise steigen.

  • Gasverbrauch

    Russland und Ukraine wollen neuen Gasstreit verhindern

    Russland und die Ukraine wollen einen neuen Gasstreit verhindern. Um bestehende Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen, empfing Russlands Präsident Dmitri Medwedew am Samstag auf dem Regierungs-Landsitz Sawidowo bei Moskau seinen ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch.

  • Stromtarife

    Zoff um den Gasmarkt: EU und Russland beharken sich

    Die Europäische Kommission und Russland liegen in Fragen der russischen Gaslieferungen an die EU über Kreuz. Der russische Regierungschef Wladimir Putin äußerte am Donnerstag bei einem Treffen mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel seine "Besorgnis" über neue europäische Marktregeln.

  • Strom sparen

    Gasstreit: Minsk kündigt erste Zahlungen an

    Im Streit um unbezahlte Gaslieferungen mit Weißrussland hat Russland sich zunächst durchgesetzt. Nachdem der russische Energiekonzern Gazprom am Montag begann, Weißrussland den Gashahn nach und nach zuzudrehen, kündigte die weißrussische Regierung die Zahlung ihrer Schulden in den kommenden zwei Wochen an.

Top