Wie geht es weiter?

Kreise: RAG-Börsengang "auf gutem Weg"

Die RAG-Anteilseigner RWE, E.ON und ThyssenKrupp haben sich gestern nicht überschwenglich begeistert gezeigt von den Plänen des Konzerns, an die Börse zu gehen. Ihre Bedenken drehen sich vorallem um Haftungs- und Bewertungsfragen. Zudem seien Lösungen langwierig, kompliziert und derzeit nicht einschätzbar.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Trotz der noch fehlenden Unterstützung der Anteilseigner will der Energie- und Chemiekonzern RAG seine Börsenpläne offenbar weiter vorantreiben. In Unternehmenskreisen hieß es, das Projekt sei "auf gutem Weg". Weitere Details wurden vorerst nicht genannt. Der Essener Konzern selbst lehnte jeden Kommentar zu den Überlegungen der drei wichtigsten Aktionäre E.ON, RWE und ThyssenKrupp ab. Die Anteilseigner hatten zuvor dementiert, dass es bereits eine grundsätzliche Billigung der Börsenpläne gebe.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten die drei Konzerne entsprechende Aussagen der RAG als unverständlich bezeichnet. Aus Kreisen der Beteiligten war zu hören, dass die Bedenken nicht nur auf die noch fehlenden Gremienbeschlüsse zurückzuführen seien. Es gehe vor allem um Haftungs- und Bewertungsfragen, hieß es in Kreisen der Anteilseigner. Lösungen seien langwierig, kompliziert und derzeit noch nicht einschätzbar. E.ON, RWE und ThyssenKrupp halten zusammen 90 Prozent der RAG-Anteile.

Der Gesamtverband des deutschen Steinkohlenbergbaus hielt sich zu den RAG-Börsenplänen bedeckt. Verbandsvorstand Wolfgang Reichel lehnte auf Anfrage jeden Kommentar ab. Er sei von den Meldungen über den anvisierten Börsengang am Wochenende ebenfalls überrascht worden, sagte er in Essen. Grundsätzlich sehe er aber kein Problem. Kritik kam dagegen vom Bundesverband Erneuerbare Energie, der von einem "unmoralischen Angebot der Kohlewirtschaft" sprach.

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