Statistik

Kostenfaktor Strom: Wann zahlen Verbraucher zu viel?

Beim Strom unterscheiden sich Haushalte bei der Energiemenge, die sie verbrauchen, und bei dem Preis, den sie für die Kilowattstunde bezahlen. Aktuelle Verbrauchswerte geben einen Anhaltspunkt, wann Verbraucher aktiv werden sollten.

EnergiekostenStromkosten variieren je nach Verbrauch und Preis. Beides sind also Stellschrauben, mit denen viel Geld gespart werden kann.© Zauberhut / Fotolia.com

Berlin - Wenn die Stromkosten steigen, nehmen sich viele Menschen vor, Energie einzusparen. Doch welcher Haushalt kann überhaupt weniger Strom verbrauchen? Und wie hoch ist ein geringer Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Haushalte? Für den sogenannten Stromspiegel des Bundesumweltministeriums und der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online wurden rund 144.000 Verbrauchsdaten ausgewertet und Vergleichswerte zusammengestellt. Das sind die so ermittelten Durchschnittswerte.

Single-Haushalt: 2.500 kWh im Mehrfamilienhaus sind zu viel

Wer in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnt, hat mit 1.500 Kilowattstunden (kWh) im Jahr einen geringen Stromverbrauch. Ein mittlerer Verbrauch liegt bei 2.700 bis 3.200 kWh, sehr hoch wären 4.200 kWh. Im Mehrfamilienhaus liegen die Werte bei 800 kWh für geringen, bei 1.300 bis 1.500 kWh für mittleren Verbrauch und 2.500 kWh für sehr hohen Verbrauch. Strom für die Warmwasserbereitung wurde nicht einberechnet.

Stromverbrauch in Zwei-Personen-Haushalten

Im Ein- und Zweifamilienhaus gelten bis 2.100 kWh als geringer Verbrauch, bis 3.000 bis 3.300 als mittlerer und mehr als 4.500 kWh als sehr hoher Verbrauch. Im Mehrfamilienhaus liegen diese Werte bei 1.300 bis 3.200 kWh.

Vier-Personen-Haushalt: Verbrauch von 3.000 bzw. 2.000 kWh ist wenig

Bis zu 3.000 kWh Verbrauch gelten hier als gering, der Höchstwert liegt bei mehr als 6000 kWh. Im Mehrfamilienhaus liegen die Werte für eine Wohnung dieser Haushaltsgröße zwischen 2.000 und 4.600 kWh.

Sinkende Strompreise kommen nicht bei Verbrauchern an

Wie hoch die Stromkosten für Verbraucher sind, hängt natürlich auch von dem Preis ab, den die Haushalte für die Energie bezahlen. Die Einkaufspreise für Strom an der Börse sind seit Jahren im Tiefflug, beim Endverbraucher kommt davon aber kaum etwas an. Viele Privatkunden müssen weiter annähernd 30 Cent pro Kilowattstunde oder knapp 100 Euro im Monat für den Strom einer vierköpfigen Familie zahlen. Das sind nach Dänemark die zweithöchsten Strompreise Europas.

Stromkunden nehmen hohe Preise hin

Ein schlichter Grund für hohe Strompreise liegt folglich bei den Versorgern: Sie geben ihre Vorteile im Stromeinkauf vielfach nur an Kunden weiter, deren Tarife im Wettbewerb stehen. Die sogenannten Grundversorgungskunden, die niemals Tarif oder Anbieter gewechselt haben, zahlen dagegen deutlich mehr. Fast ein Drittel der Stromkunden haben nach den jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur noch solche Verträge. Mit einem Wechsel lassen sich teils hunderte Euro sparen.

Strompreise vergleichen

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Solarzellen

    Solaranlage: Batteriespeicher rentieren sich nicht immer

    Ein Batteriespeicher für die Solaranlage rentiert sich nicht für jedermann. Für einige Hausbesitzer lohnt es sich eher, den Strom ins Netz einzuspeisen. Der Bundesverband der Solarwirtschaft verrät, wer eher auf einen Speicher verzichten kann.

  • Erneuerbare Energie

    50 Hertz: EEG-Umlage bleibt auf Rekordhöhe

    Nach Einschätzung des Netzbetreibers 50 Hertz wird sich die Ökostrom-Umlage weiter auf dem Rekordwert von rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde halten. Dem Unternehmen zufolge müssen außerdem Maßnahmen ergriffen werden, die verhindern, dass sich die Strompreise in Deutschland weiter auseinanderbewegen.

  • Stromrechnung

    Nachrechnen: So teuer ist der Strom für Elektrogeräte

    Den Stromverbrauch von elektronischen Geräten zu ermitteln, ist gar nicht so einfach. Schließlich steht einem zumeist nur die Wattzahl als Angabe zur Verfügung. Gaming-PC können je nachdem, wie lange gespielt wird, richtig viel Strom verbrauchen. Eine Beispielrechnung zeigt, wie man den Verbrauch ausrechnen kann.

Top