Fast doppelt so viel

Kosten für Erdgasleitung Nabucco höher als erwartet

Während sich Russen und Chinesen in punkto Gaslieferungen langsam anzunähern scheinen, wurde bekannt, dass der Bau der Erdgaspipeline Nabucco deutlich teurer wird als erwartet. EU-Energiekommissar Günther Oettinger rechne mit Kosten zwischen 10 und 14 Milliarden Euro für die rund 4.000 Kilometer lange Trasse.

Gasvergleich© photoGrapHie / Fotolia.com

Hamburg/Peking (dapd/afp/red) - Das berichtete die "Financial Times Deutschland" am Freitag. Ursprünglich waren knapp acht Milliarden Euro veranschlagt. Die Pipeline soll ab 2017 jährlich rund 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem kaspischen Raum nach Europa liefern. Bisher scheut das Projekt-Konsortium aus sechs europäischen Energiekonzernen aber konkrete Investitionszusagen. Die Nabucco Leitung wird laut Plan durch die Türkei bis nach Österreich verlaufen, von wo aus das Erdgas weiterverteilt werden soll.

Russland und China nähern sich an

Unterdessen haben sich Russland und China in den seit Jahren stockenden Verhandlungen über umfangreiche Gaslieferungen offenbar angenähert. Die Gespräche über Verkäufe an China befänden sich "in der Schlussphase", sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin vergangene Woche in Peking.

Der russische Gaskonzern Gazprom und die chinesische Energiebehörde hatten im Jahr 2009 eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der in den kommenden 30 Jahren rund 70 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von Russland nach China verkauft werden sollen. Nach chinesischen Angaben lagen die Preisvorstellungen beider Seiten im vergangenen November aber noch um knapp 73,50 Euro pro tausend Kubikmeter Gas auseinander. Auch ein Besuch von Chinas Staatschef Hu Jintao im Juni in Moskau brachte keinen Durchbruch.

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