Gemeinsam stärker

Kooperationen: A.T. Kearney bestätigt Strategie der EnergiePartner Süd

Als ein "Rezept gegen Personalabbau" bezeichnet die Energiepartner Süd GmbH, ein Zusammenschluss aus den Stadtwerken Schwäbisch-Hall, Tübingen, Friedrichshafen, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker und Ulm, die eingegangene Kooperation. Seither hat sich der Kundenstamm der sechs Partner auch außerhalb der eigenen Netzgebiete deutlich vergrößert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach einer Analyse der Unternehmensberatung A.T. Kearney werden bis 2005 insgesamt 50 000 Stellen oder ein Fünftel aller Arbeitsplätze in der Energiebranche wegfallen. Vor allem Stadtwerken und Regionalverteilern aber auch großen Konzernen machen die sinkenden Margen bei der Stromverteilung aufgrund wachsender Preistransparenz und Kartellauflagen zu schaffen. Darauf reagieren die Unternehmen mit Einsparungen und Kooperationen, so A.T. Kearney.

Dass Kooperationen unter Stadtwerken mit ähnlichen Interessen tatsächlich ein Rezept gegen Personalabbau sind, beweist die EnergiePartner Süd GmbH mit Sitz in Tübingen. Unter ihrem Dach haben sich vor zwei Jahren die Stadtwerke Schwäbisch-Hall, Tübingen, Friedrichshafen, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker und Ulm zusammengeschlossen. Seither hat sich der Kundenstamm der sechs Partner auch außerhalb der eigenen Netzgebiete deutlich vergrößert, die Umsätze stiegen 2001 im Vergleich zum Jahr davor jeweils im zweistelligen Prozentbereich. Jedes Mitglied betreibt ein Kompetenzzentrum und stellt dessen Leistungen den Partnern zur Verfügung. Dadurch können die sechs Stadtwerke ihren Kunden aus einer Hand moderne Dienstleistungen wie Zählerfernauslesung, Energiedatenmanagement oder Strom-Portfolio-Management anbieten, ohne dafür selbst die aufwändige Infrastruktur im eigenen Haus aufbauen zu müssen.

Für Norbert Schmid, Geschäftsführer der EnergiePartner Süd GmbH, ist eine derartige horizontale Kooperation ein Vorbild, wie auch kleine Stadtwerke überleben können, ohne von großen Konzernen abhängig zu sein. "Der zukünftige Erfolg der Stadtwerke hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich angesichts der Herausforderungen des Marktes mit ausreichend Know-how und Personal zu wappnen", beurteilt Schmid die aktuelle Lage.

Nach Ermittlungen des Verbands der Elektrizitätswirtschaft entstanden seit 1999 rund 80 Strommarkt-Kooperationen mit mehr als 500 beteiligten Unternehmen.

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