VIK-Preisvergleich

Konstant hohes Preisniveau bei Preisdifferenzen von 130 Prozent

Der vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) erstellte Preisvergleich für Netznutzungsentgelte macht deutlich, das diese in Deutschland noch immer viel zu hoch sind und auch von Anbieter zu Anbieter sehr stark variieren.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die Preise für die Nutzung der Stromnetze verharren weiterhin auf hohem Niveau. Dies zeigt der aktuelle VIK-Preisvergleich Stromnetze, welcher etwa 70 Prozent der gesamten Stromübertragung und -verteilung in den Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetzen erfasst.


Für die auf Basis der Verbändevereinbarung Strom II betrachteten typischen Abnahmefälle zeigen nur aufgrund des erweiterten Untersuchungsrahmens Änderungen bei dem ermittelten Durchschnittspreis für die Netznutzung. Die aktuelle VIK-Erhebung ergibt dabei für die Entnahme im Mittelspannungsnetz einen durchschnittlichen Preis von 4,84 Pfennig pro Kilowattstunde. Für die Entnahme aus dem Hochspannungsnetz ermittelt VIK einen durchschnittlichen Preis von 2,46 Pfennig pro Kilowattstunde und für Niederspannungsnetzkunden 8,47 Pfennig pro Kilowattstunde. Im Vergleich der Netznutzungsentgelte bei Mittelspannungsentnahme ist die RWE Net AG, Dortmund, mit durchschnittlich 3,28 Pfennig pro Kilowattstunde nach wie vor Preisführer, gefolgt von der KAWAG, Ludwigsburg, und der EnBW, Karlsruhe. Im Netzgebiet der E.ON-Süd blieben die Preise mit jetzt 4 Pfennig pro Kilowattstunde nahezu konstant. Die e.dis Energie Nord, welche schon nach dem VIK-Preisvergleich vom September 2000 die höchsten Mittelspannungspreise verlangte, behält diese Position weiterhin bei. Der Preis ist im Mittel lediglich um 0,18 Pfennig pro Kilowattstunde auf jetzt durchschnittlich 7,28 Pfennig pro Kilowattstunde gesenkt worden. Damit beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Mittelspannungs-Netzbetreiber 122 Prozent.


Niederspannungsabnehmer zahlen mit durchschnittlich 5,42 Pfennig pro Kilowattstunde bei der EnBW die günstigsten Netzentgelte, gefolgt von der KAWAG und der Mainova, Frankfurt, beide durchschnittlich 5,60 Pfennig pro Kilowattstunde. Teuerster Netzbetreiber ist im Bereich Niederspannung ebenfalls e.dis Nord mit 12,56 Pfennig pro Kilowattstunde. Auch in den Netzgebieten der WEMAG, Schwerin, sowie der EnergieDienste KWL und KWR, beide Laufenburg, müssen die Niederspannungskunden bei der Netznutzung tief in die Tasche greifen. Mit 11 bis 12 Pfennig pro Kilowattstunde liegen die Entgelte weit über denen anderer Netzbetreiber. Im Niederspannungsbereich wächst damit der Abstand zwischen günstigstem und teuerstem Netzbetreiber auf 132 Prozent. Bei der Entnahme aus dem Hochspannungsnetz sind die EnergieDienste KWR und KWL mit 1,69 bzw. 1,82 Pfennig pro Kilowattstunde am preisgünstigsten. Das AÜW, Kempten, verlangt für die gleichen Entnahmen aus dem Hochspannungsnetz 3,99 Pfennig pro Kilowattstunde oder 136 Prozent mehr.


Die vorliegende VIK-Analyse macht deutlich, wie erheblich derzeit die Preisunterschiede für gleiche Netzdienstleistungen sind. Nach Einschätzung des VIK hätten bereits die Effizienzverbesserungen der letzten Zeit zu ersten spürbaren Preissenkungen führen müssen. Auf Dauer werden sich die Netzbetreiber jedoch dem Wettbewerbsdruck zur spürbaren Senkung der Netzpreise nicht entziehen können, sagt der VIK voraus. Von dem im Februar eingeleiteten Kartellverfahren aufgrund des Verdachts missbräuchlich überhöhter Netznutzungsentgelte und der Behinderung anderer Stromanbieter erwartet der VIK dabei wichtige Signale zur Stärkung des Wettbewerbs.

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