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"Konsequente Klimaschutzpolitik kann Klimakatastrophen verhindern"

Die Deutschlandpremiere des Katastrophenfilms "The Day after Tomorrow" hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Wochenende einmal mehr dazu genutzt, um für eine aktive Klimaschutzpolitik zu werben. Die erneuerbaren Energien hätten in Deutschland schon über 50 Millionen Tonnen CO2 eingespart - bis zu 85 Millionen Tonnen sollen es bis 2010 werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Anlässlich der Deutschlandpremiere des Klimakatastrophenfilms "The Day After Tomorrow" von Regisseur Roland Emmerich hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Wochenende daran erinnert, dass sich etwaige Klimakatastrophen durch eine konsequente Klimaschutzpolitik vermeiden lassen.

"Der Film basiert auf einer wissenschaftlich fundierten Annahme, dass der Mensch die globale Erwärmung verursacht. Die globale Erwärmung kann dazu führen, dass Gletscher im großen Stil abschmelzen und mit dem Umkippen der Balance zwischen Süßwasser und Salzwasser in den Meeren der Golfstrom zum Erliegen kommt. Wenn der Klimawandel nicht durch aktive Klimapolitik gebremst wird, sind katastrophale Entwicklungen nicht auszuschließen. Dieser Prozess würde sich nicht wie im Film über Tage, sondern über Jahrzehnte vollziehen", sagte Trittin.

Der Klimawandel sei bereits heute spürbar, auch in Deutschland. Extreme Wetterereignisse wie die Elbeflut 2002 oder die Hitzewelle im vergangenen Jahr nähmen zu, erinnerte der Bundesumweltminister. Allein aufgrund der Hitzewelle seien in Mittel- und Südeuropa über 20.000 Menschen ums Leben gekommen, die volkswirtschaftlichen Schäden in Europa hätten sich auf rund 13 Milliarden US-Dollar belaufen. Entwicklungsländer seien dabei weitaus stärker von der globalen Erwärmung betroffen - auch deshalb, weil sie weniger in der Lage sind, sich anzupassen. Wie auch im Film warnen Wissenschaftler seit Jahrzehnten vor dem weiteren ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen, mit denen das Klima immer weiter aufgeheizt wird.

"Diesen Prozess können wir mit einer konsequenten Klimaschutzpolitik bremsen", sagte der Grünen-Minister. Deutschland habe beim internationalen Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernommen. Trittin: "Wir setzen dabei zentral auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und Energiesparen. Die erneuerbaren Energien haben bei uns schon über 50 Millionen Tonnen CO2 eingespart, bis 2010 können es 80 bis 85 Millionen Tonnen sein. Um die globale Erwärmung zu mindern und Klimakatastrophen zu verhindern, brauchen wir eine weltweite Energiewende". Für den Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit werde die Internationale Konferenz "renewables2004", die vom 1. bis zum 4. Juni in Bonn stattfindet, Impulse geben, zeigte sich Trittin sicher.

Ein Informationsblatt "Science oder Fiction? Was ist dran am Klimakatastrophenfilm 'The Day After Tomorrow'?" sowie eine Einschätzung zum Film sind im Internet unter http://www.bmu.de/tomorrow abrufbar. Das BMU hat umfangreiche Informationen zum Thema Klimaschutz und zur Politik der Bundesregierung unter http://www.bmu.de/klimaschutz eingestellt, darunter auch die neu aufgelegte Broschüre "Klimaschutz - global und lokal".

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