Nord Stream

Kompensationsmaßnahmen für Umweltschutz bei Ostsee-Pipeline

Das Betreiberkonsortium der in Bau befindlichen deutsch-russischen Ostseepipeline Nord Stream hat Millionen-Investitionen für Umweltprojekte in Vorpommern angekündigt. Sie sollen als Ausgleich für baubedingte Eingriffe während der Verlegung der Gastrasse dienen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Greifswald (dapd-nrd/red) - Insgesamt würden in den nächsten 20 Jahren an der deutschen Küste mehr als 14 Millionen Euro für ökologische Kompensationsvorhaben gezahlt, sagte Projektleiter Jens Lange am Mittwoch in Greifswald.

Bereits im März soll am Stettiner Haff auf den Wiesen bei Leopoldshagen ein mehr als 20 Jahre dauerndes Management-Projekt zum Schutz sehr seltener, am Boden brütender Küstenvögel gestartet werden. Bei Peenemünde im Norden der Insel Usedom wird im Juli für rund fünf Millionen Euro ein 160 Hektar großes Küstenareal renaturiert. Darüber hinaus soll im Anlandebereich der Pipeline bei Lubmin eine etwa sechs Hektar große natürliche Graudünenlandschaft wiederhergestellt werden.

Umweltschutz beim Bau der Ostseepipeline in sechs Daten

  • Im April 2010 hatten sich die Umweltorganisationen BUND und WWF mit dem Betreiberkonsortium der Ostseepipeline auf ein außergerichtliches Angebot der Nord Stream AG geeinigt, die zehn Millionen Euro zusätzlich für ökologische Ausgleichsmaßnahmen anbot.
  • Unter anderem war vereinbart worden, dass schlickreicher Mergelboden aus dem Trassenkorridor nicht im Meer verkippt, sondern an Land zwischengelagert wird.
  • Darüber hinaus sollen bis zu 1.000 Hektar große Küsten- und Feuchtareale naturnah wiederhergestellt werden.
  • Vor der Insel Ruden wurden inzwischen mit großen Felsgesteinen mehrere neue Ruheplätze für Robben angelegt.
  • Weil sich die Verlegung der Rohre im Greifswalder Bodden möglicherweise auch auf das Laichgeschäft der Heringe auswirkt, vereinbarte Nord Stream mit Fischereigenossenschaften auch Ausgleichszahlungen. Für die freiwillige Verkürzung der Fangzeit um zehn Tage zahlt das Konsortium den Stellnetzfischern im Bodden eine bislang nicht veröffentlichte Summe für die Frühjahrsaisons 2010 und 2011.
  • Bis 2014 soll zudem ein Forscherteam des Instituts für Angewandte Ökosystemforschung Broderstorf mit Tauchern und Tauchrobotern dokumentieren, wie sich der Meeresboden im Trassenverlauf regeneriert.
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