Gasstreit

Kommunen kündigen Widerstand gegen höhere Gaspreise an

Im Streit um die Anhebung der Gaspreise verhärten sich die Fronten. Die Gemeinde Rhauderfehn (Landkreis Leer) und die Stadt Schortens (Landkreis Friesland) weigern sich, die um 14,2 Prozent gestiegenen Gaskosten an den Energiedienstleister EWE zu zahlen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Rhauderfehn/Schortens/Hannover (ddp/sm) - "Die Mehrkosten sind nicht mehr zu dulden", sagte Rhauderfehns Bürgermeister Heinz Freese (parteilos) der Nachrichtenagentur ddp. "Ohne konkrete Zahlen halten wir die Erhöhung für ungerechtfertigt", sagte die Vertreterin des Bürgermeisters der Stadt Schortens, Anja Müller. Die Stadt werde ab sofort nur noch Abschlagszahlungen auf Grundlage der alten Preise leisten. Der Bürgermeister sei vom Stadtrat zudem ermächtigt worden, notfalls auch gerichtlich gegen die Mehrkosten vorzugehen. Ein weiterer Verbündeter ist der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. "Wir unterstützen diese Vorgehensweise, weil sie richtungsweisend ist", sagte Verbandspräsident Rainer Timmermann in Hannover.

Deutschlands fünftgrößtes Energieunternehmen EWE mit Sitz in Oldenburg hatte die Erdgaspreise bereits am 1. August angehoben. Zum 1. Oktober werden viele andere Anbieter folgen. So wollen die Stadtwerke Hannover ihre Preise um 12,7 Prozent erhöhen. Die EWE-Tochtergesellschaft SWB AG verlangt von ihren Kunden in Bremerhaven künftig 15,3 Prozent mehr Geld, in Bremen sogar 16,4 Prozent.

Begründet werden die Preissteigerungen mit deutlich gestiegenen Bezugskosten. Auf einem Treffen mit rund 70 kommunalen Vertretern am Dienstagabend in Leer verteidigte EWE-Vorstandsvorsitzender Werner Brinker die Preiserhöhung, an der sein Unternehmen festhalten werde. Verbraucherschützer, Kunden und Kommunen fordern jedoch die Offenlegung der Preiskalkulation.

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