Kommune Wülfrath saniert, ohne selbst zu investieren

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
In jüngster Zeit wurde in den Medien häufig über den schlechten Zustand öffentlicher Gebäude berichtet. Viele Städte und Gemeinden sehen sich angesichts anhaltend knapper Haushaltsmittel außerstande, diese Misere allein beheben zu können und hoffen auf zusätzliche Mittel von Land und Bund. Die Stadt Wülfrath (22 500 Einwohner, Kreis Mettmann) hat dagegen einen anderen Weg gewählt und nun mit Unterstützung der Energieagentur NRW einen privaten Partner für die Sanierung veralteter Heizungen gefunden. Contracting heißt das Zauberwort, das 26 städtischen Liegenschaften eine energieeffizientere Wärmeversorgung beschert - ohne, dass die Kommune auch nur eine Investitionsmark ausgeben muss.


Das Prinzip "Contracting" bedeutet, dass ein externes Unternehmen in neue und bestehende Wärmezentralen investiert, sie wartet und betreibt und letztendlich nur das benötigte Produkt - die Wärme - an die Kommune verkauft. Weil der Contractor in effiziente Energietechnik investiert, fallen die reinen Energiekosten weit geringer als zuvor. Hier befindet sich ein Großteil der Gewinnmarge, die den Contractor zur Investition motiviert. Im Rahmen eines am 28.03.2001 zwischen der Gemeinnützigen
Wohnungsbaugesellschaft Wülfrath (GWG) und der Fa. NGT Neue Gebäudetechnik GmbH, Essen, unterzeichneten Wärmelieferungsvertrages wurde abschließend vereinbart, was als Ergebnis einer Vier-jährigen Projektvorbereitungsphase gesehen werden kann: Während der nächsten 15 Jahre übernimmt nun das zum Ruhrgas-Konzern gehörende Unternehmen alle Aufwendungen für die Betriebsführung in insgesamt 26 städtischen Gebäuden in Wülfrath, einschließlich der teilweise erforderlichen Erneuerung abgängiger Heizzentralen. Der Contractor wird kurzfristig nun etwa eine Million DM in energieeffiziente Brennwerttechnik und ein EDV-basiertes Energie-Management-System investieren. "Durch den Einsatz moderner Brennwerttechnik auf Erdgasbasis verringern sich die benötigte Brennstoffmenge und damit die treibhausrelevanten Kohlendioxid-Emissionen pro Anlage um etwa 15 Prozent gegenüber herkömmlichen Heizkesseln" freut sich auch Andreas Bornemann als Umweltreferent der Stadt Wülfrath über das bisherige Ergebnis.

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