Umweltschutz

Kommt der Emissionshandel in Schleswig-Holstein?

Während eines Workshops haben Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit Unterstützung der Energiestiftung Möglichkeiten des Emissionshandels erörtert. Von der Idee sind die meisten überzeugt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein und der Energiestiftung Schleswig-Holstein wurden kürzlich in Kiel zusammen mit schleswig-holsteinischen Unternehmen die Möglichkeiten des Emissionshandels in Schleswig-Holstein erörtert. Diese Veranstaltung stellt den Auftakt eines längerfristigen Dialogs zwischen den Verbänden, den Unternehmen und der Energiestiftung dar.

Hintergrund des Workshops war die Bonner Vereinbarung der 6. Vertragsstaatenkonferenz vom Juli dieses Jahres, die die Grundlagen für den zukünftigen Einsatz der so genannten Kyoto-Mechanismen geschaffen hat. Bei diesen Mechanismen handelt es sich um Maßnahmen zum Klimaschutz, die auf marktwirtschaftlichen Prozessen beruhen, wie zum Beispiel ein Handel mit Emissionsrechten, aber auch die Durchführung von Klimaschutzprojekten außerhalb der nationalen Grenzen. Der Handel mit Emissionsrechten soll in Schleswig-Holstein in Form eines Pilotprojektes mit einer begrenzten Anzahl an Unternehmen erfolgen. Einbezogen in einen solchen Handel werden sowohl Produzenten von Emissionsvermeidungsmaßnahmen (Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien), als auch Emittenten (Chemieunternehmen). Auf dem Workshop zeigten sich die anwesenden Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Bau, Chemie, Zement, öffentlicher Nahverkehr, erneuerbare Energien sowie Energieversorger an einem solchen Pilotprojekt sehr interessiert. Er erwarte sich davon praxisbezogene und langfristig relevante Ergebnisse sowie reale Anreize für Emissionsminderungen im Unternehmen, verbunden mit der Kompatibilität zu EU-Vorschriften und mit einem möglichst geringen Verwaltungsaufwand, fasste ein Teilnehmer zusammen. Neben den Beteiligungsanreizen seien vor allem auch eine möglichst realitätsnahe Abbildung der zu erwartenden Rahmenbedingungen eines Emissionshandels und die Beteiligung an der politischen Diskussion zur zukünftigen Ausgestaltung eines marktkonformen Klimaschutzinstrumentariums wichtige Voraussetzungen für eine Teilnahme am Projekt.

Dr. Jörn Biel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Industrie und Handelskammern in Schleswig-Holstein, zeigte sich überzeugt, dass die am Pilotprojekt teilnehmenden Unternehmen langfristige Wettbewerbsvorteile erfahren können, wenn sie sich frühzeitig mit der Thematik des Emissionshandels vertraut machen und ihre Emissionsminderungspotenziale umsetzen. Auch Michael Fröhlich von der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein machte deutlich, dass trotz vieler noch zu klärender Fragen das Instrument handelbare Emissionsrechte eines zu sein scheint, das die Kosteneffizienz bei der Klimavorsorge steigern könnte.

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