Studie

Kohlesubventionen sind offenbar höher als bekannt

Der Abbau von Kohle und die Energiegewinnung daraus wird in Deutschland einer Studie zufolge deutlich stärker gefördert als von der Regierung zugegeben. Allein im Jahr 2008 hätten die Subventionen und Vergünstigungen für Stein- und Braunkohle 12,8 Milliarden Euro betragen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Das ergab die am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) für die Umweltschutzorganisation Greenpeace. In ihrem Subventionsbericht habe die Regierung aber nur 1,9 Milliarden Euro ausgewiesen.

Die deutlich geringeren Zahlen der Bundesregierung ergäben sich aus "deren äußerst eng gefasstem Subventionsbegriff", kritisierte Greenpeace. Unterschlagen würden auf diese Weise Steuervergünstigungen, die Befreiung von bestimmten Abgaben sowie Regelungen, die auf den Haushalt keine direkte Auswirkung haben wie etwa die kostenlose Zuteilung von Verschmutzungsrechten für den Ausstoß des Klimagases Kohlenstoffdioxid (CO2). Neben diesen Absatzhilfen gebe es aber noch direkte Finanzhilfen wie etwa die Forschungsförderung für Kraftwerkstechnik oder die Abspaltung von CO2.

Die gesamten Kohlesubventionen von 1950 bis 2008 beziffern Greenpeace und das FÖS auf 432 Milliarden Euro. Davon seien 331 Milliarden Euro für Steinkohle geflossen und 101 Milliarden Euro für Braunkohle - dabei gelte letztere als "subventionsfreier Energieträger". Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, bei ihrer anstehenden Sparklausur die Kohlesubventionen zu beenden. Die Regierung dürfe "den Klimakiller Kohle nicht länger bevorzugen" und müsse den Weg für erneuerbare Energien freimachen, erklärten die Umweltschützer. "Sonst zahlen wir alle doppelt - für falsche Subventionen und für Klimaschäden."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Vattenfall

    Tschechische EPH-Gruppe übernimmt Vattenfall-Braunkohle

    Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall geht an die tschechische Firmengruppe EPH. Die Tschechen erhalten dabei Gelder für die Rekultivierung in der Lausitz. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort derzeit bei Vattenfall. Bis 2020 soll es keine betrieblichen Entlassungen geben.

  • Energieversorung

    EnBW steigert zu Jahresbeginn Ergebnis

    Der Versorger EnBW hat im Auftaktquartal sein Ergebnis gesteigert. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei binnen Jahresfrist von 700 Millionen auf 876 Millionen Euro gestiegen, sagte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Karlsruhe.

  • Hochspannungsmasten

    Reaktionen auf Bau der CO2-neutralen Tankstelle

    Während Politiker aus Bund und Ländern die Tankstelle als richtungweisendes ökologisches Projekt lobten, kritisierte der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) das Vorhaben. Es müsse darum gehen, CO2-Emissionen zu vermeiden und nicht nur zu kompensieren.

  • Stromnetz Ausbau

    Land Brandenburg dementiert Pläne für CCS-Werbekampagne

    Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) hat Berichte über eine angeblich geplante Werbekampagne für den Energiekonzern Vattenfall dementiert. Eine Zeitung hatte berichtet, das Land plane eine Kampagne für die heftig umstrittene CCS-Technologie.

Top