Gutachter

Kohlekraftwerk Mainz: Schutz der Fische nicht berüchsichtigt

Im Genehmigungsverfahren für das umstrittene Kohlekraftwerk in Mainz liegt nun ein Gutachten zur Auswirkung auf die Fische im Rhein vor. In der im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd erstellten Untersuchung heißt es, fischökologische Belange blieben in den Antragsunterlagen der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) "weitgehend unberücksichtigt".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Es sei in vielen Fällen möglich, bei der Entnahme von Kühlwasser sowie dessen Rückführung in den Rhein erhebliche Umweltschäden für Fische zu vermeiden. Hierzu müssten bei der technischen Ausführung und dem späteren Betrieb des Kraftwerks fischökologische Belange beachtet werden. Die Unterlagen der KMW ließen jedoch keine "überprüfbaren Aussagen" auf die Fischfauna in den von der Europäischen Union ausgewiesenen Wanderfischgebieten zu.

Das Ergebnis der Vorprüfung sei auf Grundlage der vorgelegten Unterlagen "nicht nachvollziehbar und mit hoher Wahrscheinlichkeit fehlerhaft", hieß es weiter. Daher werde eine neue Untersuchung empfohlen. Ohne die Vorlage aktueller Daten müsse bei einer abschließenden Beurteilung davon ausgegangen werden, dass das Gebiet von sämtlichen derzeit bekannten Rheinfischen besiedelt sei. An das Kraftwerk müssten folglich höhere Anforderungen gestellt werden.

Top