Unternehmen bestätigt Verzögerungen

Kohlekraftwerk Emden wird später gebaut als geplant

Der Bau des geplanten Kohlekraftwerks in Emden wird verschoben, wie der Emder FDP-Fraktionsvorsitzende Erich Bolinius am Donnerstag nach Gesprächen mit dem dänischen Kraftwerksbauer Dong Energy. Bisher war stets von einem Baubeginn im Jahr 2015 oder 2016 die Rede. Eine Bürgerinitiative will weiter gegen das Kraftwerk kämpfen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Emden (ddp-nrd/red) - Gründe für die Verschiebung wurden in dem Schreiben an Bolinius, das er als Antwort auf eine Anfrage von dem Unternehmen erhielt, allerdings nicht genannt. Das Jahr 2015 als Baubeginn sei nur eine grobe Planung gewesen, sagte ein Sprecher des dänischen Konzerns. Einen wirklich konkreten Zeitplan habe es nie gegeben. "Wir werden aber nun sicher nicht früher mit dem Bau beginnen", sagte der Sprecher und erklärte, dass es sich um einen reinen Optionsvertrag handle. Ob und wann das Kraftwerk gebaut werde, stehe noch nicht fest. In Emden herrscht bereits seit langem Unklarheit darüber, wann das Kraftwerk realisiert werden soll.

Kraftwerk mit CCS-Anlage ausstatten?

In dem Brief an den FDP-Abgeordneten heißt es, dass auch darüber nachgedacht werde, von Anfang an eine CCS-Anlage in das Kraftwerk einzubauen, die das schädliche Kohlenstoffdioxid beseitigt. Diese Forderung stellen Gegner von Kohlekraftwerken immer wieder. Der Sprecher von Dong bestätigte, dass dies in Erwägung gezogen werde. Man reagiere damit auf mögliche politische Entwicklungen. In Zukunft würden wohl kaum noch Kraftwerke ohne eine solche Anlage genehmigt.

Negative Auswirkungen auf Tourismus befürchtet

Die FDP wehrt sich wie die Bürgerinitiative "Saubere Luft Ostfriesland" gegen die Pläne, das Kraftwerk in Emden auf dem Rysumer Nacken zu errichten. Beide befürchten Auswirkungen auf den Tourismus in der Region. Die Bürgerinitiative wolle weiter gegen die Pläne kämpfen, so Sprecherin Susanne Gersema, sagte am Donnerstag, dass weiter gegen die Pläne gekämpft werde. Derzeit gebe es einen Bebauungsplanentwurf, gegen den die Bürgerinitiative Einwände erheben will. Auch die Kohlekraftgegner gehen aber inzwischen von einer Verzögerung beim Bau aus. "Der Zeitplan ist so einfach nicht mehr zu halten", sagte Gersema.

Dass in das Emder Kohlekraftwerk allerdings eine CCS-Anlage eingebaut werde, hält Gersema für unwahrscheinlich. Eigentlich sei diese Technologie erst ab dem Jahr 2025 verfügbar. Zudem wolle der Konzern nicht einmal eine Kraft-Wärme-Kopplung einsetzen.

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