Ideologiescher Unsinn

Koch für Neubau von Kernkraftwerken

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die Energiewirtschaft aufgefordert, nicht darauf zu warten, dass die Politik den Neubau eines Kernkraftwerks unterstützt. Die Unternehmen sollten einfach einen Antrag stellen, damit die Politik dann einen Wiedereinstieg gesetzlich möglich machen kann.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp-hes/sm) - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) fordert die Stromwirtschaft dazu auf, ihre zögerliche Haltung gegenüber dem Bau neuer Kernkraftwerke aufzugeben. Der von der Industrie selbst erteilte Vorsatz, den Neubau eines Atommeilers nur dann zu beantragen, wenn er im Parlament von vorneherein breite Unterstützung findet, sei "völlig überkommen", sagte Koch der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).

Die Industrie solle im Gegenteil einfach einen Antrag stellen. "Es wäre an der Politik", einen entsprechenden Wiedereinstieg in die Kernkraft dann "gesetzlich möglich zu machen".

Das CDU-Präsidiumsmitglied stellte den Bestand des von der rot-grünen Bundesregierung mit den Energieversorgern vereinbarten Atomausstiegs in Frage. "Der Ausstieg war nie vernünftig und ist nicht zeitgemäß", betonte Koch. "Der Betrieb sollte vom technischen Stand der Wissenschaft und der Sicherheit des einzelnen Kernkraftwerks abhängig sein. Es ist ideologischer Unsinn, es einfach abzuschalten."

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