Umfrage

Klimawandel für Bevölkerung Risikofaktor Nummer eins

Eine Studie der Akademie für Technikfolgenabschätzung zeigt: Der Klimaschutz steht an erster Stelle, wenn's um subjektives Risikoempfinden geht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie eine in Baden-Württemberg getätigte Umfrage ergab, fürchtet sich die Mehrzahl der Bevölkerung mittlerweile mehr vor den globalen Klimawandel als vor Kriminalität oder gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Im Rahmen der Erhebung, die im Auftrag der Akademie für Technikfolgenabschätzung (TA-Akademie) durchgeführt wurde, konnten die 1500 Befragten auf einer Skala von eins bis sieben ankreuzen, wie hoch sie die Bedrohung durch unterschiedliche Risiken einschätzen.

Der Klimawandel lag - und das auf dem Höhepunkt der BSE-Krise - immerhin deutlich vor dem Rinderwahnsinn, den 17 Prozent als sehr große Bedrohung empfinden. 15 Prozent der Befragten fürchten sich danach besonders vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln, 14 Prozent vor Kriminalität, 13 Prozent vor Atomstrahlung. Lediglich vier Prozent schätzen die Handystrahlung als besonders starke Bedrohung ein.

Auch das Katastrophenpotenzial des globalen Klimawandels wird von 49 Prozent aller Befragten als sehr hoch bezeichnet. Damit liegt der Klimawandel weit vor den Risiken BSE (39 Prozent), Atomkraft (27 Prozent), Genfood (25 Prozent), Rauchen (23 Prozent) und Handy-Strahlung (sieben Prozent). Allerdings glauben nur 34 Prozent aller Befragten, über die Risiken des Globalen Klimawandels einen hohen Wissensstand zu haben. 55 Prozent fühlen sich mittelmäßig informiert, sieben Prozent geben gar nur ein geringes Wissen an. Zum Vergleich: Beim Rauchen sind immerhin 73 Prozent der Befragten der Meinung, über eventuelle Risiken gut Bescheid zu wissen. Bei BSE sind es 39 Prozent und bei der Atomkraft immerhin 38 Prozent der Befragten.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Politik den Klimaschutz weltweit ernst nehmen muss," kommentierte Prof. Ortwin Renn, Leitender Direktor der TA-Akademie, die Ergebnisse der Umfrage. Beim Klimagipfel in Bonn, der an diesem Donnerstag beginnt, müssten deshalb alle Anstrengungen unternommen werden, doch noch ein verbindliches Protokoll zu erreichen. Renn: "Das Kyoto-Protokoll ist eine historische Chance." Der 49jährige ist Mitunterzeichner eines Appells von über 100 Wissenschaftlern an US-Präsident George W. Bush, das Kyoto-Protokoll doch noch zu ratifizieren. Selbst ein Scheitern des Bonner Klimagipfels dürfe aber nicht zum Anlass genommen werden, in den Bemühungen um eine Reduktion der Treibhausgase nachzulassen.

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