Vor der Staatskanzlei

"Klimapiraten" protestieren gegen Kohlekraftwerk Lubmin

Knapp 40 Umweltaktivisten haben am Montag vor der Schweriner Staatskanzlei gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin protestiert. Die Demonstranten fordern von Ministerpräsident Sellering Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/red) - Vertreter der "Klimapiraten", des Bundes für Umwelt und Naturschutz und der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" warnten in Redebeiträgen vor negativen Folgen für die Umwelt im Greifswalder Bodden und für die Tourismuswirtschaft auf Usedom. In einer an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gerichteten Petition forderten sie den Regierungschef auf, Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen und den Kraftwerksbau öffentlich abzulehnen.

Sellering verwies darauf, dass der Antrag des Investors nach rechtsstaatlichen Grundsätzen entschieden werden müsse. Die Bedenken gegen das Projekt würden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sorgfältig geprüft, sagte er.

Die Kundgebung vor der Staatskanzlei ist Bestandteil der am Sonntagabend in Schwerin begonnenen Aktionstage gegen das Bauvorhaben des dänischen Konzern Dong Energy. Neben einer 40 Stunden dauernden Mahnwache finden dazu bis Dienstag Workshops, Filmvorführungen und eine Theaterperformance statt. Am Montagabend wollten die Umweltaktivisten mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering während einer Wahlkampfveranstaltung ins Gespräch kommen. Dong will bis 2012 am neuen Industriehafen Lubmin für rund zwei Milliarden Euro ein 1600-Megawatt-Kraftwerk errichten.

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