Selbstverpflichtung

Klimagipfel in Johannisburg: Stromwirtschaft hat Kohlendioxid-Ausstoß vermindert

Heute beginnt der Klimagipfel in Johannisburg. Die Stromwirtschaft sieht sich dafür gut gerüstet, denn sie hat ihre Kohlendioxid-Emissionen in den letzten zwölf Jahren um etwa 13 Prozent gesenkt. Erreicht wurde das u.a. durch eine Verbesserung der Wirkungsgrade bei bestehenden Kraftwerken und eine Modernisierung im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach Angaben des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) hat sich die Selbstverpflichtung der Industrie für eine aktive Klimavorsorge bewährt: Seit 1990 senkten die Stromversorger die Kohlendioxid-Emissionen je produzierter Kilowattstunde Strom von 0,67 Kilogramm um etwa 13 Prozent auf 0,58 Kilogramm im Jahr 2001.

Die niedrigsten Emissionen je Kilowattstunde seien in den Jahren 1999 und 2000 erreicht worden. Durch den verstärkten Einsatz heimischer Braunkohle im Jahre 2001 seien im Vergleich zum Vorjahr die Kohlendioxid-Emissionen um etwa drei Prozent gestiegen. Für die nächsten Jahre erwartet VDEW wieder eine Reduzierung der Emissionen. Als Maßnahmen nannte der VDEW Verbesserungen der Wirkungsgrade bei bestehenden Kraftwerken, den Bau effizienterer Anlagen, die Modernisierung im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Durch die Umsetzung der geschlossenen Vereinbarung zur Kohlendioxid-Minderung und KWK-Förderung vom 25. Juni 2001 sollen bezogen auf das Basisjahr 1998 bis zu 45 Millionen Tonnen Kohlendioxid bis 2010 eingespart werden.

Außerdem seien durch die Kernenergie 2001 fast 170 Millionen Tonnen im Vergleich mit der Grundlast-Stromproduktion aus Kohle vermieden worden. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung blieben der Atmosphäre im Jahr 2001 weitere fast 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart. Dies sei eine Steigerung von über 50 Prozent seit 1990.

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