Klima

Klaus Töpfer: "Wir brauchen eine Welt-Umweltpolitik"

Der Leiter der UN-Umweltbehörde fordert ein Umdenken der Industrienationen, was den Energieverbrauch betrifft.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Bonn sagte Klaus Töpfer, Leiter der UN-Umweltbehörde und ehedem deutscher Umweltminister, in einem Interview mit dem Informations- und Dokumentationskanal Phoenix, dass er in Bonn nicht mehr mit einer Änderung der amerikanischen Haltung zum Kyoto-Protokoll rechne. Zukünftig hofft Töpfer aber auf ein Einlenken der Amerikaner: "Langfristig müssen alle an Bord sein."

"Realismus ist notwendig, real ist der Klimawandel, er ist jetzt schon da", sagte Töpfer. Es sei nur global möglich, die Ozonschicht und die Artenvielfalt zu schützen, sagte der Leiter der UN-Umweltbehörde UNEP. "Wir brauchen die Weltumweltpolitik, die Umwelt ist schon globalisiert."

Töpfer appellierte an die Industrieländer, ihr Verhalten zu überdenken und zu verändern: "Dieser Klimawandel hat etwas zu tun mit menschlichem Verhalten, der massenhaften Verbrennung von fossilen Energieträgern, hier müssen wir handeln. Geschlossenes Handeln ist jetzt notwendig, wir können es nicht so weiterlaufen lassen."

Die Veränderung des Weltklimas führe zu deutlicher Zunahme anormaler Wettersituationen, starker Regenfälle und starker Trockenperioden. "Die, die jetzt darunter leiden sind die in den Ländern, wo man nicht emittiert, die Ärmsten der Armen, die in besonderer Weise durch diese Wetterlagen betroffen sind." Ein Umdenken der Industrienationen, was den Energieverbrauch betrifft, sei notwendig, um gerade die arme Bevölkerung der Welt vor Katastrophen durch Naturgewalten zu schützen.

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