KKW Mülheim-Kärlich: Teilgenehmigung bleibt fraglich / Heute keine neuen Konsensgespräche

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Das Kernkraftwerk (KKW) Mülheim-Kärlich bleibt ein "Stolperstein" in den Atomkonsensgesprächen. Seit 1988 ist das Kraftwerk abgeschaltet, da die zuständige Behörde damals die erste Teilgenehmigung aufgehoben hatte. Betreiber RWE besteht jetzt allerdings darauf, dass die ungenutzte Leistung des Meilers in die Berechnung der Strommenge einfließt, die deutsche Atommeiler bis zu einem endgültigen Ausstieg erzeugen dürfen.


Zusätzlich dazu ist Mülheim-Kärlich vermutlich nicht Erdbebenfest. Klaudia Martini, Umweltministerin Rheinland-Pfalz, begründete diese Annahme mit einem neuen Gutachten des Erdbebenexperten Frank Scherbaum. Danach sei das seismologische Gutachten, das von Experten in den 70er Jahren erstellt worden war, fehlerhaft. Grund: Der Abstand zwischen dem theoretischen Erdbebenherd und dem Standort des Kraftwerks sei zu groß dargestellt. Nun sei es an RWE nachzuweisen, dass das KKW auch nach der neuen Expertise einem möglichen Erdbeben standhalten würde.


Währenddessen wurde bekannt, dass die Kraftwerksbetreiber auch an der vorzeitigen Abschaltung einiger Meiler interessiert sind. Die Berliner Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe, dass die derzeit unwirtschaftlich arbeitenden Werke Obrigheim, Stade, Biblis A, Brunsbüttel und Krümmel, mindestens fünf Pfennig pro erzeugter Kilowattstunde Strom einnehmen müssten, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Derzeit liege der Preis jedoch bei drei bis vier Pfennigen, so die Zeitung weiter.


Entgegen anders lautender Berichte, wird heute doch keine neue Atomkonsensrunde eingeläutet. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte, dass sich zunächst nochmals Staatssekretäre und Fachleute aus der Stromindustrie treffen werden.

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