Nachgehakt

Kieler Atomaufsicht verlangt bessere Sicherheitsstandards in Krümmel

Als Konsequenz aus den jüngsten Pannen im Atomkraftwerk Krümmel nahe Hamburg hat die Kieler Atomaufsicht vom Betreiber ein deutlich besseres Sicherheitsmanagement verlangt. Auch eine Übertragung der Laufzeit sei von Behördenseite angesprochen worden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (afp/red) - "Die Frage der atomrechtlichen Zuverlässigkeit steht auf dem Prüfstand, und diese ist nicht mit dem Austausch eines Betriebsleiters erledigt", erklärte der zuständige schleswig-holsteinische Sozialminister Christian von Boetticher (CDU) am Donnerstag. Zuvor hatte sich Boetticher mit dem Geschäftsführer der Vattenfall-Atomenergiesparte, Ernst-Michael Züfle, getroffen. Der Minister verwies auch auf die Möglichkeit einer Laufzeitübertragung von Krümmel auf das jüngere Akw Brokdorf.

Das von Vattenfall gemeinsam mit E.ON betriebene Akw Krümmel hatte sich am 4. Juli nach einem Transformatorschaden automatisch abgeschaltet. Erst wenige Tage zuvor war der Meiler nach zweijährigem Stillstand - ebenfalls ausgelöst durch einen Trafoschaden - wieder angefahren worden. Die erneute Schnellabschaltung feuerte die Debatte über die Sicherheit von Atomkraftwerken an. Nach dem Vorfall leitete die damalige Kieler Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) die derzeit noch laufende Zuverlässigkeitsprüfung des Krümmel-Betreibers ein.

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