KfW-Umwelttagung in Berlin: Stand und Perspektiven des internationalen Klimaschutz

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Stand und Perspektiven des internationalen Klimaschutzes und die Suche nach effizienten klimapolitischen Strategien standen im Focus einer Umwelttagung, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) heute in Berlin veranstaltete. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) waren Mitveranstalter der Konferenz, die unter dem Motto: "Marktwirtschaftliche Strategien für den Klimaschutz" stand.


200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien diskutierten neue Strategien und erarbeiteten innovative Ansätze für eine verstärkte und dabei marktkonforme Integration des Klimaschutzes in die Umwelt- und Wirtschaftspolitik Deutschlands und Europas. In verschiedenen Arbeitskreisen wurden Konzepte für die besonders wichtigen Bereiche Energiewirtschaft, Wohngebäude und Verkehr entwickelt.


Hans W. Reich, Sprecher des Vorstandes der KfW, unterstrich nachdrücklich die drohenden Gefahren durch einen Klimawandel und die Notwendigkeit klimapolitischen Handelns. Die KfW stehe als Umweltbank des Bundes in einer besonderen Verantwortung, an der Erschließung von Kohlendioxid-Minderungspotenzialen mitzuwirken. Klimaschutz nehme in der finanziellen Förderung der KfW und der DtA, der Förderbanken des Bundes, bereits einen breiten Raum ein. Neben solchen schon kurz- und mittelfristig greifenden Maßnahmen sei aber auch Unterstützung für einen langfristigen Strukturwandel notwendig. In der Energieversorgung müsse der Anteil erneuerbarer Energieträger durch die Setzung richtiger Anreize kräftig erhöht werden. Die KfW hätte aus diesem Grund auf Initiative und in Kooperation mit der Bundesregierung die Förderung regenerativer Energien in den letzten Jahren wesentlich ausgeweitet.


Professor Dr. Jürgen B. Donges, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, betonte die Bedeutung eines adäquaten Ordnungsrahmens für den Klimaschutz: "Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sind in einer marktwirtschaftlichen Ordnung kein Gegensatzpaar." Politik müsse verlässliche Rahmenbedingungen für eine solide wirtschaftliche Entwicklung schaffen, dies um so mehr, als über eine kräftige wirtschaftliche Basis auch Umweltschutzbelange leichter erfüllbar seien. Zum anderen habe die Politik die Anreize für privatwirtschaftliche Aktivitäten so zu setzen, dass ökologische Ziele nicht nur effektiv, sondern auch effizient erreicht werden könnten. Zur Wahl der Mittel schlägt Donges vor, die Ökosteuer stärker nach der Schadstoffintensität einzelner Energieträger zu differenzieren.


Auch Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff, Vorsitzende des SRU, hob die Bedeutung der richtigen Instrumentenwahl hervor: "Marktwirtschaftliche Instrumente sind für einen effizienten und freiheitsfreundlichen Klimaschutz unentbehrlich. Die im Kyoto-Protokoll vorgesehenen flexiblen Austauschmöglichkeiten sind als effizienzsteigernde Mechanismen im Prinzip sinnvoll. Allerdings sollte die Flexibilität nicht so weit gehen, dass die aus politischen Gründen und aus Gründen der Fairness gebotene Vorreiterfunktion der Industrieländer beim Klimaschutz unterminiert wird."

Das könnte Sie auch interessieren
Top