Wärmemenge verringert

Kernkraftwerk Phillipsburg muss Leistung auf 80 Prozent reduzieren

Der Block 1 des Kernkraftwerkes Philippsburg wurde am Dienstag aufgrund einer Anordnung des baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministeriums auf 80 Prozent der vollen Leistung heruntergefahren. Ziel ist es, den Einfluss weiter steigender Rheinwassertemperaturen auf die Sicherheit des Kernkraftwerks sowie die Genehmigungssituation so gering wie möglich zu halten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinwasser wird als Kühlwasser zum Abführen von Wärme sowohl im Normalbetrieb als auch bei Störfällen genutzt. Dabei wurde für den Sicherheitsnachweis der auslegungsgemäßen Wärmeabfuhr im Normalbetrieb und bei Störfällen von einer Rheinwassertemperatur von etwa 25 Grad ausgegangen. Diese Temperatur wurde zwischenzeitlich erreicht. Nach Auffassung des Betreibers EnBW ist der sichere Betrieb des Kernkraftwerks auch bei Rheinwassertemperaturen größer 25 Grad in allen Anlagenzuständen ohne Einschränkungen gewährleistet. Nachweise hierzu seien bereits erarbeitet worden. Diese Nachweise wurden den Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden und dem Sachverständigen in dem aufsichtlichen Gespräch vorgestellt. Die schriftlichen Nachweise sollen in Kürze den Behörden zur Prüfung vorgelegt werden, ob auch ein Volllastbetrieb bei Rheinwassertemperaturen größer 25 Grad zugelassen werden kann.

Bis zur abschließenden Prüfung der vorgestellten Nachweisführung soll mit einer Leistungsreduktion auf 80 Prozent den sicherheitstechnischen Erfordernissen für die Weiterführung des genehmigungskonformen Betriebs Rechnung getragen werden. Durch die Reduktion der Leistung auf 80 Prozent wird die maximal abzuführende Wärmemenge verringert.

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