Zwischenbilanz

Kerngeschäft trägt Wachstum des RWE-Konzerns

Die Erwartungen wurden erfüllt: In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hat RWE Betriebsgewinn und Umsatz verbessern können. Das Unternehmen bekräftigte zugleich seine Prognose, das Betriebsergebnis in diesem Jahr weiter steigern und dabei im Kerngeschäft um mehr als 20 Prozent zulegen zu wollen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Der RWE-Konzern hat heute seine Prognose bekräftigt, das betriebliche Ergebnis in diesem Jahr weiter steigern und dabei im Kerngeschäft um mehr als 20 Prozent zulegen zu wollen. Der heute in Essen vorgelegte Bericht über die ersten drei Quartale unterstreicht den Erfolg der strategischen Positionierung als Multi-Utility-Unternehmen.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte RWE beim Betriebsergebnis einen Zuwachs von zwölf Prozent auf 3,183 Milliarden Euro. Im Kerngeschäft legte das betriebliche Ergebnis sogar um 29 Prozent zu, wobei der Stromgeschäft hier mit einem Plus von 46 Prozent der wichtigste Erfolgsfaktor bleibt. Dagegen war im Nicht-Kerngeschäft (Heidelberger Druckmaschinen, HOCHTIEF und das zum 1. Juli verkaufte Tankstellen- und Raffineriegeschäft) ein Rückgang um 64 Prozent zu verzeichnen.

Das Nettoergebnis sank um zwölf Prozent auf 906 Millionen Euro und wird auch für das gesamte Jahr 2002 unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Grund seien vor allem Goodwill-Abschreibungen aus der Erstkonsolidierung des britischen Strom- und Gasversorgers Innogy sowie des tschechischen Gasgeschäfts (Ferngasgesellschaft Transgas). Auch die schwache Ertragslage im Nicht-Kerngeschäft wirke sich hier aus. Das Ergebnis je Aktie beträgt 2,57 Euro vor Goodwill und 1,61 Euro nach Goodwill.

Umsatz

Der Konzernumsatz lag in den ersten drei Quartalen mit 40,4 Milliarden Euro um rund drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Kerngeschäft stieg der Umsatz um 33 Prozent, im Nicht-Kerngeschäft gab er um 34 Prozent nach. Der Anteil der außerhalb Deutschlands erzielten Erlöse erhöhte sich in Folge der zunehmenden Internationalisierung des Konzerns von 30 auf 37 Prozent, heißt es.

Investitionen

Mit einem Gesamtvolumen von 14,9 Milliarden Euro hat der Konzern die Investitionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 164 Prozent erhöht. Der deutliche Anstieg ist ausschließlich den Finanzanlageinvestitionen zuzuordnen, die sich mit 12,2 Milliarden Euro mehr als vervierfachten. Hierzu trugen vor allem die Akquisitionen von Innogy und des tschechischen Gasgeschäfts bei.

Mitarbeiter

Durch operative Veränderungen verringerte sich der Personalstand in den ersten drei Quartalen um 4189 Mitarbeiter. Erst- und Entkonsolidierungen führten per saldo zu einem Anstieg der Beschäftigtenzahl, so dass sich zum 30. September ein Stand von 134.305 Mitarbeitern ergab. Das entspricht einem Plus von rund neun Prozent.

Kostenoffensive: 70 Prozent des Gesamtprogramms bereits umgesetzt

Für das laufende Gesamtjahr gibt das Kostensenkungsprogramm des Konzerns Einsparungen von 590 Millionen Euro vor. Ende September waren davon rund 470 Millionen Euro durch Maßnahmen abgesichert. Mit dem im Jahr 2000 gestarteten Programm wurde das jährliche Kostenniveau inzwischen um 1,8 Milliarden Euro verringert. Damit sind bereits 70 prozent des bis Ende 2004 angesetzten Betrags von jährlich rund 2,6 Milliarden Euro erreicht.

Ausblick: Deutliches Plus im Kerngeschäft

Das betriebliche Ergebnis wird sich gegenüber dem Pro-forma-Wert für 2001 (3,9 Milliarden Euro) trotz Ertragseinbußen im Nicht-Kerngeschäft und Konjunkturschwäche weiter erhöhen. Im Kerngeschäft erwartet RWE einen Anstieg um mehr als 20 Prozent. Das deutsche Stromgeschäft bleibe dank gestiegener Großhandels-Preise, nachhaltiger Einsparungen im Rahmen des Kostensenkungsprogramms und einer renditeorientierten Vertriebspolitik der wichtigste Ertragsmotor.

Hinzu komme die Einbeziehung von Innogy und des tschechischen Gasgeschäfts. Das Nettoergebnis vor Goodwill-Abschreibungen wird – angesichts der genannten Belastungen – leicht über dem Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro liegen; nach Goodwill-Abschreibungen - insgesamt rund 830 Millionen Euro in diesem Jahr - wird RWE jedoch mit einem Nettoergebnis unter Vorjahr schließen.

Morgen stellt E.ON seine Quartalszahlen vor.

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