Biogasproduktion

Keine Überförderung: NawaRo-Bonus sichert Einkommen der Landwirte

Der Milchindustrieverband hält den NawaRo-Bonus für die Produktion von Biogas für eine Überförderung und somit eine Wettbewerbsverzerrung. Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., findet diesen Vorwurf unberechtigt, da damit lediglich die Produktionskosten gedeckt würden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Freising (red) - Seit August 2004 ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft. Den größten Fortschritt aus Sicht der Biogaserzeuger hat der Bonus für nachwachsende Rohstoffe (kurz: NawaRo-Bonus) von sechs Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom gebracht, da damit die Kosten für die Biogasproduktion gedeckt werden können. Bislang war dies nicht möglich, die Anlagenbetreiber waren auf Entsorgungserlöse für Reststoffe aus der Agroindustrie angewiesen.

Daher sieht der Fachverband Biogas jetzt den Vorwurf, die Vergütung sei eine Überförderung und führe zu Wettbewerbsverzerrungen (Pressemitteilung des Milchindustrieverbandes, Oktober 2004) als haltlos an. "Der Preis für nachwachsende Rohstoffe ist gerechtfertigt, da er auf Vollkostenbasis mit einer angemessenen Entlohnung der Arbeit erstellt wurde", erklärt Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas e.V.

Pellmeyer zeigt am Beispiel von Mais, wie eng auch mit dem NawaRo-Bonus gerechnet werden muss: Bei einem Ertrag von 50 Tonnen je Hektar müsse man von 600 Euro Produktionskosten rechnen, dazu kämen 300 Euro Erntekosten, 150 Euro für die Zwischenlagerung und weitere 150 Euro für die Beschickung und für die Ausbringung des Gärrestes. Geht man von einem Stromertrag von 19 000 Kilowattstunden je Hektar aus, würden sich also Kosten von 6,3 Cent je Kilowattstunde errechnen. "Das Beispiel zeigt, dass der NawaRo-Bonus sehr eng an der Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt", erläutert der Landwirt aus dem oberbayerischen Freising.

"Kostenvorteile gegenüber anderen Produktionszweigen ergeben sich nur dort, wo sich andere landwirtschaftliche Produktionszweige gegen ungenügende Marktpreise oder Überproduktion behaupten müssen", so Pellmeyer weiter. "Dass die Produktion von Nachwachsenden Rohstoffen beziehungsweise von Energie für die Betriebe momentan wirtschaftlicher ist als die Produktion von Nahrungsmitteln, ist vor allem ein gesellschaftliches Problem und nicht ein Problem der Biogasbranche", erläuterte er. Daher sei es unredlich, "der Biogasbranche einen Strick drehen zu wollen."

Der Fachverband rät, wenn möglich keine zusätzliche Ackerfläche zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zu pachten, sondern Energiepflanzen direkt von den Erzeugern zu kaufen und den Gärrest an diese abzugeben. "Die bessere Düngewirkung der Biogasgülle wertet den Wirtschaftsdünger auf und bringt die Nährstoffe zielgerichtet in die Pflanzenproduktion zurück. Die Biogaserzeugung ist damit eine ideale Ergänzung zu bestehenden landwirtschaftlichen Produktionszweigen", schloss Pellmeyer seine Ausführungen anlässlich der Eröffnung der DLG-Ausstellung EuroTier in Hannover.

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