Offensiven einleiten

Keine Einigung auf feste Vorgaben zum Energiesparen in Europa

Verbindliche Vorgaben zur Energieeinsparung wird es innerhalb der Europäischen Union zunächst nicht geben. Die Mitgliedsländer konnten sich nur auf einen Kompromiss einigen, der vorsieht, Offensiven zur Energieeffizienz einzuleiten. Ab 2007 soll jährlich ein Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Die Länder der Europäischen Union werden nicht wie von der EU-Kommission vorgeschlagen verbindliche Vorgaben zur Energieeinsparung erlassen. In einem Kompromiss mit Vertretern des Europäischen Parlaments einigten sich die EU-Staaten am Dienstag statt dessen lediglich darauf, Offensiven zur Energieeffizienz einzuleiten.

Mit unverbindlichen Zielen soll nun jedes Mitgliedsland ab 2007 jährlich ein Prozent seines Energieverbrauchs einsparen. Alle drei Jahre sind die EU-Länder verpflichtet, der Kommission in Brüssel nationale Pläne einzureichen, mit welchen Maßnahmen sie zur Energieeinsparung beitragen wollen. Jetzt muss noch das Europäische Parlament in Straßburg der Einigung mit den EU-Regierungen zustimmen. Die geplante Richtlinie ist Teil eines EU-Gesetzespakets, um langfristig die Energieimportabhängigkeit zu verringern und die Versorgungssicherheit in der Union zu gewährleisten.

Mit Blick auf die steigenden Energiepreise, insbesondere die anhaltend hohen Ölpreise, forderte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs stärkere Bemühungen in den Mitgliedsstaaten zur Energieeinsparung und erhielt Unterstützung vom Parlament. Nach Angaben der SPD-Europaabgeordneten Mechthild Rothe könnten alleine im Gebäudebereich europaweit mehr als 50 Prozent der verbrauchten Energie eingespart werden.

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