Gutachten

Keine Bedenken gegen Mainzer Kohlekraftwerk

Das geplante Kohleheizkraftwerk wird offenbar von den Fachgutachtern als unbedenklich eingestuft. Wie die zuständige Genehmigungsbehörde, die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, mitteilte, liegen inzwischen die ersten beiden Fachgutachten zum Thema Immissionsschutz und Keime in den Kühltürmen vor.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Beide Gutachten hätten keine Beanstandungen ergeben, sagte SGD-Präsident Hans-Jürgen Seimetz. Die Gutachten würden aber bei dem Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk noch genau geprüft, erst dann werde eine Entscheidung fallen. Außerdem stehen noch weitere Gutachten aus.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen bis 2012 auf der Ingelheimer Aue bei Mainz ein 823-Megawatt starkes Kohleheizkraftwerk errichten. Gegen das umstrittene 1,2 Milliarden-Euro-Projekt gibt es heftigen Widerstand in der Region. Die Gegner befürchten eine erhebliche Mehrbelastung der Umwelt. Aus Sicht des Gutachters sei aber die Immissionsprognose nicht zu beanstanden. Sowohl das verwendete Rechenmodell als auch die zugrunde gelegten Eingangsdaten seien nachvollziehbar, die berechneten Immissionsgrößen offenbar korrekt. Einzelne Schadstoffe werden noch einmal gesondert betrachten, hieß es weiter.

Auch bei der befürchteten Keimbelastung aus dem Kühlturm sah ein zweiter Gutachter keine zusätzliche mikrobielle Belastung für die Bevölkerung. Dabei werde allerdings eine regelmäßige Wartung und Reinigung des Kühlturms unterstellt. Die SGD hatte im Erörterungsverfahren zum Kohlekraftwerk die Frage der realistischen Einschätzung der Immissionen in den Anträgen der KMW als die entscheidende Frage bezeichnet. Die Behörde wollte zudem weitere Gutachten zu den Themen Gesundheit und Naturschutz in Auftrag geben.

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