Langfristige Umschuldung geplant

Kein Börsengang, kein Investor: EWE bleibt eigenständig

Mit einer Umschuldung eventuell durch eine Anleihe oder günstige Kommunalkredite will sich der Oldenburger Energieversorger EWE ein bisschen Luft verschaffen, mit einem strategischen Investor ohne Druck über den Kaufpreis zu verhandeln. Auch die Option Börsengang hat das Unternehmen zunächst gestrichen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Der Oldenburger Energieversorger EWE AG bleibt eigentständig. Wie das "Handelsblatt" berichtet hat sich das Unternehmen vorerst sowohl gegen einen Börsengang als auch gegen den Einstieg eines strategischen Investors entschieden. Stattdessen soll die Finanzkraft über eine langfristige Umschuldung gestärkt werden, u.a. eventuell mit der Ausgabe einer Anleihe.

Durch den Erwerb verschiedener Beteiligungen, u.a. an der Bremer SWB undder Ferngasgesellschaft Verbundnetz Gas (VNG), ist der Oldenburger Regionalversorger laut "Handelsblatt" zum fünftgrößten Energieversorgungsunternehmen aufgestiegen. Eine Umschuldung soll nun ein bisschen Luft verschaffen, obwohl EWE-Chef Werner Brinker einen späteren Börsengang oder die Beteiligung eines strategischen Investors nicht kategorisch ausschloss. Kontakt hätte es dabei zu den niederländischen Versorgern Nuon und Essent und zur schwedischen Vattenfall gegeben, mit denen offensichtlich keine Einigung über den Kaufpreis erzielt werden konnte.

Derzeit prüfen die beratenden Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Goldman Sachs konkrete Möglichkeiten, zu denen neben einer Anleihe auch günstige Kommunalkredite gehören.

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