1960-2005

Kaufkraft: Weniger Arbeiten für den Strom

Die deutschen Stundenlöhne stiegen in den letzten Jahren stärker als der Strompreis. Das berichtete heute der VDEW. Im Jahr 2005 müsse ein Industriebeschäftigter 42 Sekunden arbeiten, um eine Kilowattstunde Strom bezahlen zu können. 1960 war sein Kollege für die gleiche Menge mehr als drei Minuten tätig.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Einer aktuellen Statistik des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zufolge sind die deutschen Stundenlöhne wesentlich stärker gestiegen als der Strompreis: Um im Jahr 2005 eine Kilowattstunde Strom bezahlen zu können, musste ein Industriebeschäftigter 42 Sekunden arbeiten. 1960 war sein Kollege für die gleiche Menge Elektrizität noch drei Minuten und 24 Sekunden tätig gewesen.

Zu Beginn des Zeitalters der Elektrizität sei Strom ein Luxusartikel gewesen, erläuterte der VDEW. Innerhalb kurzer Zeit sei er jedoch zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die Tag und Nacht genutzt werde. Ein Industriearbeiter musste 1913 etwa 51 Minuten arbeiten, um sich eine Kilowattstunde Strom kaufen zu können.

Hauptgrund für diese günstige Entwicklung: Die Löhne stiegen schneller als die Strompreise. So verdiente ein westdeutscher Arbeiter 1960 durchschnittlich pro Stunde 1,37 Euro brutto, eine Kilowattstunde Strom kostete den Haushaltskunden acht Cent. Bis 2005 stieg der Stundenlohn im Durchschnitt um das Elffache. Der Haushaltsstrom kostete laut VDEW mit etwa 19 Cent pro Kilowattstunde (inklusive Grundgebühr, Steuern und Abgaben) etwa zweieinhalb Mal so viel wie 1960.

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