Debatte

Kauder fordert Festlegung auf Endlager Gorleben

Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder (CDU) drückt bei der Festlegung eines Endlagers für Atommüll aufs Tempo. "Wir müssen Gorleben jetzt durchsetzen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp/sm) -"Wir werden keine Lösung finden, wenn wir immer wieder neu anfangen, nach Endlagern zu suchen", sagte Kauder. Das Argument, man könne längere Laufzeiten erst beschließen, wenn die Endlagerung geklärt sei, halte er für völlig falsch. Der meiste Abfall entstehe beim Abbau eines Kernkraftwerks und nicht beim Weiterbetrieb. "Die SPD und die Grünen müssten also größtes Interesse haben, Gorleben schnell zu bauen", folgerte Kauder.

Sylvia Kotting-Uhl, umweltpolitische Sprecherin der Grünen, nannte es "verräterisch", dass die Festlegung auf Gorleben vor allem aus der baden-württembergischen CDU forciert wird. In diesem Bundesland sei die CDU besonders hartleibig mit den Atomkonzernen verbandelt. Die Union habe in Baden-Württemberg besonders stark auf AKW gesetzt.

Dass der im Ländle produzierte Atommüll gegebenenfalls auch im Ländle deponiert werden könnte, wollten die CDU-Politiker aber gar nicht. Deshalb hättten sie die Lagersuche in den baden-württembergischen Gesteinsformationen die ganzen Jahre hintertrieben. Die Unionsparteien wüssten, dass die ungelöste Frage der Entsorgung des Atommülls dem von ihr forcierten Ausstieg aus dem Atomkonsens entgegensteht. Um den Energiekonzernen zu Diensten zu sein, seien CDU und CSU offenbar bereit, statt des sichersten den schnellstmöglichen Standort zu nehmen, so Kotting-Uhl.

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