HEW, Mirant & Bewag

Kartellamtschef: Neue Bewag-Konstellation lässt mehr Wettbewerb erwarten.

Nach der Zustimmung durch das Land Berlin für den Vergleich zwischen HEW und Mirant sieht Kartellamtspräsident Ulf Böge kaum mehr Hindernisse für die Entstehung einer "vierten Kraft" auf dem Strommarkt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Nachdem das Land Berlin den Ergebnissen des die Bewag betreffenden Schiedsvergleichs zwischen E.ON und Mirant zugestimmt hat, sieht Kartellamtspräsident Ulf Böge "die wesentlichen Hindernisse für eine Zustimmung des Bundeskartellamts zu HEW als Erwerberin der Veag und Laubag ausgeräumt".

Die sich nunmehr abzeichnende Konstellation - sprich: gleichberechtigte Führung der Bewag von HEW und Mirant - lasse die Entstehung einer "aktiven maßgeblichen Wettbewerbskraft auf allen stromwirtschaftlichen Marktstufen" erwarten, sagte Böge. Einer kurzfristigen Zustimmung der deutschen und europäischen Wettbewerbsbehörde zu HEW als Erwerberin des ostdeutschen Energieversorgers und dessen Braunkohlevorlieferantin dürfte nichts mehr im Wege stehen.



Mitte Dezember vergangenen Jahres hatten RWE und E.ON zur Erfüllung entsprechender Auflagen der Wettbewerbsbehörden in den Fällen RWE/VEW (nun: RWE) und Veba/Viag (nun: E.ON) mit HEW einen Kaufvertrag über die Veräußerung ihrer Veag- und Laubag-Anteile geschlossen. Das Bundeskartellamt hatte bislang einem Erwerb der Veag ohne den gleichzeitigen Erwerb des ostdeutschen Regionalversorgers envia nicht zustimmen können, da Veag fast keine Endkunden beliefert und HEW selbst über eine zu schwache Absatzbasis im Kleinkundenbereich verfügt.



Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Sprecher der ostdeutschen Bundestagsabgeordneten, Günter Nooke, begrüßte die sich nunmehr abzeichnende Zustimmung des Bundeskartellamts. Die Etablierung einer "vierten Kraft" auf dem Strommarkt bezeichnete Nooke als "längst überfällig": "Nun dürfte endlich Klarheit und Transparenz und ein gesunder Wettbewerb auf dem ostdeutschen Energiesektor bestehen", sagte der ostdeutsche Bundestagsabgeordnete.

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