Emissionshandel

Kartellamts-Verdacht gegen E.ON und RWE offenbar erhärtet

Der Missbrauchsverdacht gegen E.ON und RWE im Zusammenhang mit dem Emissionshandel hat sich offenbar erhärtet. Wie die WVM heute mitteilte, sieht das Bundeskartellamt nach mehrmonatigen Ermittlungen einen hinreichenden Verdacht und forderte Informationen zu weiteren betriebsinternen Daten an.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Das gehe aus einem dem Verband vorliegenden Auskunftsbeschluss hervor. Die Konzerne EnBW und Vattenfall Europe seien ebenfalls aufgefordert worden, die Fragen des Amts bis zum 15. Januar zu beantworten, heißt es in der Mitteilung der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM).

Das Bundeskartellamt ermittelt bereits seit dem vergangenen August gegen die beiden größten deutschen Energiekonzerne. Dabei geht es um den möglichen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung auf den Strommärkten für Weiterverteiler und Großkunden. Das Kartellamt hatte die Verfahren nach Beschwerden aus der Industrie eingeleitet. Die Bonner Behörde prüft seither, ob die Unternehmen den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ausnutzen, um ihre Strompreise weiter in die Höhe zu treiben. Den Versorgern wird vorgeworfen, sie kalkulierten die unentgeltlich zugeteilten Zertifikate mit ihrem hohen Börsenpreis als Kosten in den Strompreis ein.

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung, die als Beschwerdeführerin in dem Verfahren auftritt, plant das Kartellamt nun ein öffentliches Anhörungsverfahren im März. "Sollte das Bundeskartellamt einen Missbrauch feststellen, könnte es zu einer Senkung des Stromgroßhandelspreises um über 15 Prozent kommen", erklärte WVM-Hauptgeschäftsführer Martin Kneer.

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