Wettbewerb

Kartellamt will langfristige Gas-Lieferverträge knacken

Der hinkende Wettbewerb auf dem Gasmarkt soll - einmal mehr - neuen Schwung erhalten: Wie das "Handelsblatt" berichtet, will das Bundeskartellamt großen Gashändlern die bis dato üblichen langfristigen Lieferverträge untersagen. Neuen Anbietern werde dadurch der Marktzugang verwehrt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp). Das Bundeskartellamt will offenbar mit einer Grundsatzentscheidung dem schleppenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt neuen Schwung geben. Die Behörde plane die Untersagung der bisher üblichen langfristigen Lieferverträge, mit denen große Gashändler Stadtwerke und Regionalversorger beliefern, berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Montagausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben, das der Zeitung vorliege. Es solle den Versorgern in den nächsten Tagen zugestellt werden.

Betroffen seien Hunderte Verträge, mit denen die Endversorger exklusiv und über Jahre hinweg an Importeure gebunden seien. Neuen Anbietern werde dadurch der Zugang zum Gasmarkt erschwert oder unmöglich gemacht. Betroffen von der geplanten Untersagung durch das Bundeskartellamt sind laut Bericht vor allem Versorger wie E.ON Ruhrgas, RWE, Wingas oder Verbundnetz Gas.

Verbraucherschützer hatten den Gasimporteuren immer wieder vorgeworfen, ihre Marktmacht zu missbrauchen. In Einzelfällen haben Gerichte bereits die Praxis für wettbewerbswidrig erklärt. Eine Grundsatzentscheidung, wie nun in Aussicht, stand aber noch aus.

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