Verdacht auf Preisabsprachen

Kartellamt will gegen Gasversorger einschreiten

Das Bundeskartellamt in Bonn will bis Jahresende gegen einzelne Gasversorger wegen angeblich überhöhter Preise vorgehen. "Es besteht bei den Gasunternehmen der dringende Verdacht, dass es sich um eine missbräuchliche Ausnutzung der Marktstellung handelt", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, der "Süddeutschen Zeitung"

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp.djn/sm) - Ende des Jahres würden erste Entscheidungen in einzelnen Fällen bekanntgegeben. "Missbräuche in der Preisfindung werden identifiziert und so weit wie möglich abgebaut", sagte Heitzer. Bei den Preismissbrauchsverfahren auf dem Gasmarkt würden derzeit Einzelheiten mit allen 35 Gasversorgungsunternehmen besprochen, gegen die ein Verfahren laufe.

Parallel zur Gasbranche hat das Kartellamt auch die Stromanbieter im Visier. Heitzer sagte, dort seien die Ermittlungen jedoch deutlich schwieriger als bei Gasversorgern. "Ein missbräuchliches Verhalten ist im Stromsektor wesentlich schwerer nachzuweisen als im Gassektor", sagte der 59-jährige Kartellamtspräsident. Wie weiter vorgegangen werde, solle bis Jahresende feststehen.

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